Wie steht es um die Attraktivität deutscher Familienunternehmen? Eine PwC-Studie sagt, deren Arbeitgebermarke muss sich nicht verstecken.

Bei der Suche nach jungen Mitarbeitern haben es deutsche Familienunternehmen nicht einfach. Weniger als zwei Drittel (61 Prozent) der 18- bis 29-Jährigen halten Familienunternehmen für das Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Dagegen sind 80 Prozent der Gesamtbevölkerung dieser Auffassung und 71 Prozent der Bevölkerung glaubt an Familienunternehmen als Innovationsmotor der Wirtschaft. Dieser Überzeugung schließen sich nur 54 Prozent der jungen Generation an.  

Das zeigt die Studie „Das Image deutscher Familienunternehmen 2021“ der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC Deutschland, für die 1.000 Teilnehmer befragt wurden.  

Wahl des Arbeitsgebers: Familienunternehmen liegen weit vor Konzernen

Familienunternehmen sind als Arbeitgeber beliebt, wie 89 Prozent der Deutschen meinen. Wenn es um die Wahl des Arbeitgebers geht, liegt die öffentliche Hand mit 31 Prozent knapp vorne, dicht gefolgt von den Familienunternehmen mit 30 Prozent. Konzerne bringen es hingegen nur auf 13 Prozent. Überraschung: Bei den kritischen 18- bis 29-Jährigen liegen Familienunternehmen als Arbeitgeber noch vor der öffentlichen Hand (29 versus 27 Prozent).  

Bei den Arbeitgeberqualitäten allerdings unterliegen Familienunternehmen gegenüber Konzernen bei den Gehältern (10 gegenüber 46 Prozent), Karrieremöglichkeiten (10 gegenüber 47 Prozent) und internationale Karriere- oder Einsatzchancen (7 gegenüber 54 Prozent). Auch bei Entwicklungen der modernen Arbeitswelt wie Agilität, Innovation, und Digitalisierung stehen die Familienunternehmen im Blickwinkel der Arbeitnehmer schlechter da. Das gilt auch bei der Beurteilung der Wirtschaftskraft. So glauben 48 Prozent der Deutschen, dass die wirtschaftliche Performance von Konzernen die beste sei, nur 14 Prozent sehen hier Familienunternehmen vorne.  

Familienunternehmen: Arbeitgebermarke gilt es dennoch zu schärfen

„Es gibt eine große Lücke zwischen Wahrnehmung und Wirklichkeit. Denn Familienunternehmen sind ausgesprochen krisenfest und wirtschaftsstark, auch durch ihr großes finanzielles Polster und ihre meist hohen Eigenkapitalquoten“, sagt Uwe Rittmann, Leiter Familienunternehmen und Mittelstand und Mitglied der Geschäftsführung bei PwC Deutschland.  

Sein Rat: Familienunternehmen sollten als Arbeitgeber für sich und ihre Arbeitgebermarke werben und zeigen, dass sie mit Konzernen mithalten können – durch gute Unternehmenskultur, wettbewerbsfähige Gehälter, sowie Karriere- und Weiterbildungsmöglichkeiten. Vor allem die junge Generation sei anzusprechen: „Familienunternehmen brauchen die Digital Natives, damit ihnen die permanente Transformation bei den Themen Digitalisierung und Nachhaltigkeit gelingt.“  

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