Fünf Unternehmer beantworten exklusiv im wir-Magazin die Frage, wie groß die Wirkung von Netzwerken wirklich ist.


Bernhard Simon

Dachser SE, 25.000 Mitarbeiter

“Netzwerke sind bei Dachser ein Kernthema der Unternehmensarchitektur – nicht nur als zentrales Element unseres Geschäftsmodells als logistischer Dienstleister, sondern natürlich auch im Sinne vielfältiger interpersoneller Kontakte. Für mich gilt dabei der Grundsatz: Klasse geht vor Masse. Hochkarätige Unternehmernetzwerke sind dabei in Deutschland eher rar. Umso lieber nehme ich diese seltenen Plattformen wahr, denn sie geben mir die Möglichkeit, mich mit anderen Unternehmern auf Augenhöhe über Themen auszutauschen, die mich als Familienunternehmer wirklich beschäftigen. Es sind hierbei insbesondere die intensiven Gespräche im kleinen Kreis, die für mich bereichernd sind und zu weiterführenden kreativen Ideen führen.

Dies galt vor allem am Anfang meiner Tätigkeit als Vorsitzender der Geschäftsführung, als ich vor der Aufgabe stand, professionelle Governance-Strukturen aufzubauen und die Familie, die Unternehmensaufsicht, das Management und die Gesellschaft gleichermaßen einzubeziehen. Klasse geht vor Masse bedeutet aber auch einen bewussten Verzicht. Mir geht es nicht darum, mich mit prominenten Personen oder Institutionen und auch nicht mit politischen Organisationen zu vernetzen. Auch Anwendungen der Digitalisierung, die uns über Facebook, Twitter und andere soziale Netze die Möglichkeit eröffnen, ständig mit immer mehr Menschen in Verbindung zu stehen, gehören für mich nicht zu den Tools meiner beruflichen Kommunikation. Und: Bei aller Notwendigkeit, mit Hilfe externer Netzwerke den Blick über den Tellerrand zu schärfen – das Hauptaugenmerk muss für einen Unternehmer auf der intensiven Vernetzung mit Kunden, Kollegen und Mitarbeitern gerichtet bleiben. Hierbei sind digitale Kommunikationsformen selbstverständlich segensreich.”


Lencke Steiner

W-Pack Kunststoffe GmbH & Co. KG, 50 Mitarbeiter

“Gerade wenn man wie ich früh als Nachfolgerin in die Geschäftsführung des Familienbetriebs einsteigt, ist der Austausch mit anderen Gold wert – ob in einer ähnlichen Situation oder mit gestandenen Unternehmergrößen. Hierbei lernt man viel mehr als an jeder Uni oder in jedem BWL-Buch: Was bringt dich weiter, wie gehst du mit Misserfolgen um, wie wirst du deiner Führungsrolle gerecht? Ich bin seit drei Jahren Vorsitzende des Wirtschaftsverbands DIE JUNGEN UNTERNEHMER. Unseren Verband habe ich mir bewusst ausgesucht. Hier fühle ich mich mit meinen Themen und meiner Persönlichkeit zu Hause. Da stimmt die Chemie, auch menschlich. Das richtige Netzwerk muss jeder für sich selbst finden. Aber für mich steht fest: Wir jungen Unternehmer kommen nur gemeinsam weiter – auch und gerade mit unseren Forderungen an eine generationengerechte Politik und bessere Bedingungen für Gründer. Um mehr Gehör in der Wirtschaft und der Politik zu finden, brauchen wir eine starke gemeinsame Stimme – das kann keiner alleine wuppen. Natürlich habe ich durch mein Amt als Bundesvorsitzende auch persönlich viel mitgenommen. Dass ich mit vielen interessanten Politikern unsere Themen diskutiert habe, hat mich schließlich auch persönlich für ein politisches Amt begeistert.”


Bernd D. Hummel

Bernd Hummel Holding GmbH, 100 Mitarbeiter

“Ich nutze sowohl regionale als auch überregionale Netzwerke und bin aktives Mitglied beim Stadtmarketing Pirmasens, im Verband der Schuhindustrie und der Zukunftsinitiative Rheinland-Pfalz. Obwohl es bei gelegentlichen Treffen bleibt, profitiere ich von den dort ausgetauschten Informationen und persönlichen Verbindungen dieser Netzwerke. Allerdings darf man das „Netzwerken an sich“ nicht überbewerten. Es ist wie bei Geschäftsfreunden: Manchmal entwickelt sich ein Geschäft aus einem Kontakt, meistens aber nicht. Es kommt ganz auf das persönliche Engagement an.”


Dieter Schnabel

Helm AG, 1.400 Mitarbeiter

“Wir befassen uns nicht mit formell organisierten Unternehmer-Netzwerken, sondern nutzen den Austausch zwischen Unternehmern individuell und mit Partnern, mit denen wir auch geschäftliche Beziehungen haben, und dies gilt weltweit.”


Valentin von Arnim

Iris von Arnim GmbH, 25 Mitarbeiter

“Mir ist Networking wichtig. Nicht, um Geschäft zu generieren, sondern um mich mit Gleichaltrigen auszutauschen, die sich in einer ähnlichen Situation wie ich befinden. Dabei sind schon einige gute Kontakte und sogar Freundschaften entstanden. Ob sich Netzwerktreffen lohnen, hängt davon ab, ob man eine gewisse Lockerheit herstellen kann und die Leute ehrlich sind. Aktiv bin ich im Vorstand des Meisterkreises, einer Vereinigung von Luxusmarken. Ansonsten nehme ich eher unregelmäßig an verschiedenen Netzwerktreffen teil.”


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