Tobias Rappers ist Geschäftsführer der Innovationsplattform Maschinenraum. Mittelständlern inklusive Familienunternehmen kreidet er an, Kooperationen zu einseitig zu denken und sich immer nur in der eigenen Branche auszutauschen. Dabei bieten sich gerade jenseits dieser Grenzen vielversprechende Kooperationsmöglichkeiten.

Familienunternehmen sind die Hidden Champions der deutschen Wirtschaft – sie sind es, die den Wirtschafts- und Beschäftigungsmotor am Laufen halten. Dabei sind sie getrieben von immer neuen Herausforderungen, streben stets danach, zukunftsfähig zu sein, und handeln entsprechend ihrer tief verwurzelten Werte: ökonomisch, sozial und ökologisch nachhaltig. Dazu gehört auch ihr Streben nach Gemeinschaftlichkeit – ihren Mitarbeitenden gegenüber oder etwa in Form von Kooperationen mit Partnern oder Zulieferern.

Diese Kooperationen finden zumeist innerhalb der eigenen Industrie statt – doch um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben und die Herausforderungen unserer Zeit zu meistern, müssen darüber hinaus auch industrieübergreifende Kooperationen mit anderen Unternehmen eingegangen werden.

Unternehmertum verbindet: industrieübergreifende Kooperation als Chance

Wir alle wissen, dass Industriegrenzen zunehmend verschwinden und neue Geschäftsmodelle genau an ihren Schnittstellen entstehen. Allein deswegen muss man über den eigenen Tellerrand hinausschauen und kooperieren, um Stärken zu bündeln. Was viele aber übersehen – es geht auch darum, die Organisationen hinsichtlich Arbeitsweise, Strukturen und Prozessen zu modernisieren.

Hier liegt eine große Chance der Kooperation von Familien- und Mittelstandsunternehmen! Denn jedes Traditionsunternehmen – unabhängig von Branche oder Industrie – wird früher oder später vor ähnlichen Herausforderungen stehen. Und sie alle werden gleichermaßen neue Herangehensweisen benötigen, um auch in Zukunft eine attraktive und wettbewerbsfähige Organisation zu schaffen.

Dazu zählt der Bedarf an neuen Prozessen und Tools rund um Einkauf, Marketing, Vertrieb oder HR ebenso wie Strategien rund um die Themen Nachhaltigkeit, eine gelingende digitale Transformation oder den Umgang mit dem Fachkräftemangel. Auch wenn die Ausgangslage von Industrie zu Industrie variiert, profitieren die Unternehmen immens davon, wenn sie in einem Kreis aus Gleichgesinnten vertraulich über (Miss-)Erfolge und Learnings sprechen – und eigene Lehren daraus ziehen sowie Maßnahmen entwickeln können.

Kooperationen: Durch Offenheit gemeinsam die Zukunft gestalten

Was bei diesen Kooperationen unabdinglich ist, ist die Offenheit, eigene Erfahrungen in der digitalen und kulturellen Transformation zu teilen, um so von- und miteinander zu lernen. Und das in einem vertrauensvollen Umfeld und ohne die Sorge, dass das Gegenüber – ob Kund:innen, zukünftige Mitarbeitende, Unternehmen aus komplementären Industrien oder Tech-Partner – diese Offenheit missbrauchen könnte. Dazu braucht es Partnerschaftlichkeit und Vertrauen – die Basis für tiefgreifende und langfristige Kooperationen.

Der Schlüssel bei alldem liegt darin, sich gut zu orientieren, neue Kontexte schnell zu verstehen und dann mit neuen Partnern die Zukunft mutig zu gestalten und dabei auf die Stärken der anderen zu vertrauen.

Indem sich Familienunternehmen industrieübergreifend gegenseitig helfen, ihre Organisationen upzudaten, zusammen kontinuierlich zu lernen und Neues zu wagen, können sie gemeinsam die Zukunft gestalten.

Info


Tobias Rappers ist Geschäftsführer der Maschinenraum GmbH, einer Innovationsplattform vom Mittelstand für den Mittelstand. Rappers war zuvor bei Roland Berger und als Geschäftsführer der Digitalisierungsinitiative Spielfeld Hub tätig. Er selbst ist im Umfeld eines Familienunternehmens aufgewachsen.

 

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