Gendersternchen, Diversity, Frauenquote, Frauenkarte, Impfzwang, Wahlkampf etc.: Muss ich als Familienunternehmer auch homo politicus sein, fragt sich Felix Kroschke.

Vor kurzem erhielt ich von einem Kollegen eine Mail: „Hallo Felix, kurze Frage: Warum ziehen wir uns in die politische und gesellschaftliche Debatte mit dem Gender* rein? Ich halte das nicht für klug…“

Bis dahin war mir gar nicht bewusst, dass wir uns als Unternehmen in einer Debatte befinden. Gleichzeitig habe ich mich gefragt: Muss ich als Familienunternehmer politisch debattieren? Muss ich eine gesellschaftliche Meinung haben? Und muss ich diese Meinung kundtun? Muss ich etwa neben einem homo oeconomicus auch ein homo politicus sein? Als Nachfolger in dritter Generation lernt man jedenfalls andere Werte. Wirtschaftlichkeit, Nachhaltigkeit, Zukunftsfähigkeit – Dinge wie diese, immer gepaart mit dem Fokus auf die Bedürfnisse unserer Kunden. Der Umgang mit Gendersternchen und Frauenkarten ist jedenfalls nicht Teil des Repertoires.

Es ist September 2021. In wenigen Wochen kommt die Bundestagswahl – bislang hat sie nur gesichtslose Kandidat*innen (noch ist das Ende meines Beitrags nicht erreicht), Plagiate in Büchern, die keinen interessieren und deren Papier, auf dem sie gedruckt sind, weder nachhaltig noch werthaltig ist (ich schaffe es noch selbst, meine Meinung niederzuschreiben), sinnlose Lacher (wer hätte schon gedacht, dass Bild.de kein Interesse an Laschet in den besonders hart getroffenen Krisenregionen hat) und einen populistischen Mindestlohn (Olaf Scholz in Bild.tv vom 20. Juni 2021: „Ich hab ja auch ein ganz ordentliches Einkommen, deshalb gehöre ich ja nicht zu den Leuten, die jetzt immer ganz genau bei jedem Preis hingucken“ – ein Volksvertreter im wahrsten Sinne – denn treten kann er). Keine Vision für Deutschland, kein Charisma, keine starke Meinung.

Ich bin 1988 geboren und habe im Jahr 2007 das erste Mal gewählt. Mutti is over. Es bleiben Lücken, Fragezeichen und die große Leere. Weil niemand etwas Sinnvolles beizutragen hat, debattiert der Wolf im Schafspelz. Und ich muss politisch mitdebattieren?

Felix Kroschke: „Ich will nicht debattieren. Ich will machen.“

Als Familienunternehmen in dritter Genration haben wir doch schon früh erkannt, worum es eigentlich geht. Es geht um Menschen. Die Wünsche und Leistungen, die Menschen erbringen. Und als Mensch darf ich in einer freiheitlichen und demokratischen Grundordnung alles tun, was die Grundrechte meiner mich umgebenden Menschen nicht tangiert. Mit aller Kraft wollen mein Bruder und ich das Unternehmen durch eine der schwersten Wirtschaftskrisen unserer Zeit führen, Perspektiven für die Zukunft schaffen und alle unsere Kollegen*innen (zur Erinnerung: der Beitrag ist noch nicht vorbei) mit auf die Reise nehmen. Wir wollen Arbeitsplätze erhalten und schaffen. Wir wollen einen Beitrag leisten. Als Familienunternehmen wollen wir viel. Wir können auch viel. Aber politisch debattieren müssen wir nicht. So habe ich auch dem Kollegen geschrieben: „Wie mit dem freiwilligen ‚Du‘ bei uns im Unternehmen – jeder soll es so handhaben, wie man sich wohlfühlt. Wir stellen seit jeher den Menschen in den Mittelpunkt. Ich will nicht debattieren. Ich will machen.“

Demokratische Politik schafft einen uns umspannenden Rahmen, in dem wir uns entfalten können – als Individuum und als Unternehmen. Debatten wie diese entrücken uns als aufgeklärte Menschen von dem, was selbstverständlich sein muss. Jeder Mensch ist frei und gleich. Egal wie er liebt, was er liebt, wen er liebt. Ich sehe kurz vor der Wahl viel Debatte, aber wenig Charakter und wenig Aufklärung.

Gerade komme ich von den Salzburger Festspielen. Riccardo Muti hat Beethoven in meinen Ohren klingen lassen: „Gloria in excelsis Deo.“ So, und nun atmen alle mal tief durch, debattieren nicht mit und fangen einfach an zu machen. Punkt.

Info

Felix Kroschke leitet das Familienunternehmen Christoph Kroschke GmbH zusammen mit seinem Bruder Philipp in dritter Generation. Felix Kroschke, Diplom-Jurist und Betriebswirt, verantwortet die Bereiche Controlling, Finanz- und Rechnungswesen, IT, Business-Development und M&A.

 

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