Die NextGen in Familienunternehmen kümmert sich nicht um Sustainable Development Goals (SDGs). Ein schlechtes Zeichen, findet wir-Redakteur Johannes Sill.

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Zugegeben, es ist ein ziemlicher Dschungel, in dem wir uns heute befinden. ESG hier, SDGs da, SFDR-Artikel 6, 8 und 9 dort. Ich hatte schon vor einigen Ausgaben an genau dieser Stelle darauf hingewiesen, dass man nicht jedem Buzzword auf den Leim gehen sollte, was Impact und Nachhaltigkeit angeht.

Leider geht der Planet nun doch zugrunde. Der Markt selbst hat das nun doch nicht allein geregelt bekommen. Die unsichtbare Hand blieb unsichtbar und hinterlässt einen Scherbenhaufen zwischen Überschwemmungen auf der einen und Hitzewellen inklusive Dürren auf der anderen Seite. Es besteht großer Handlungsbedarf. Es braucht mal eben schnell ein paar Innovationen zur Rettung der Welt. Nur wo sollen sie herkommen, diese Innovationen? Unternehmerfamilien schreiten jetzt zur Tat und preschen vor, könnte man meinen. Sollte man hoffen. Denn wer weiß besser, wie man langfristiges Denken und ein gesundes Erbe an die kommenden Generationen übergibt, als die Enkelfähigen selbst? Niemand übergibt ein krankes Erbe, es wird vorher gesund gemacht.

Die Aktuellen an der Spitze schaffen es wohl allein nicht ganz, den Mindset-Change-Prozess umzusetzen. Die NextGen hingegen tut sich schwer und lässt sich vom großen Monster „Klima“ einschüchtern, wie uns die Studie „NextGens. Zwischen Erbe und Idealismus“ zeigt. Die weiteren Ergebnisse der Studie lassen stutzen, was die tiefgreifende Beschäftigung mit dem wichtigsten Thema der kommenden Generationen angeht. Sage und schreibe vier von zehn NextGens aus deutschen Unternehmerfamilien können nicht einmal sagen, was die 17 Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen überhaupt sind.

Ein törichter Freund ist eine größere Plage als ein weiser Feind, will man sagen und fragt sich: Wie soll denn die kommende Generation die deutschen Familienunternehmen erfolgreich in die Zukunft führen, wenn es schon an Interesse mangelt, sich tiefgründig mit dem Schlüsselthema Klima zu beschäftigen? Über die Implementierung, den Aufbau oder die reine Sinnhaftigkeit der 17 SDGs können wir gern lang und breit streiten. Meinungen bildet man. Meinungen verändern sich mit guten Argumenten. Aber Grundsatz einer Debatte muss dann auch eine sichere Wissensgrundlage sein.

Ob man den Buzzwords nun nachgibt oder nicht: Man muss sie verstehen, um sich und vor allem das Unternehmen und dessen Umfeld zukünftig auf neue Marktlagen vorzubereiten. Wenn es bei der NextGen schon an so einer grundlegenden unternehmerischen Fantasie hapert, dann braucht man bald nicht mehr analysieren, wie man sich zwischen Erbe und Idealismus entscheiden soll. Denn dann ist das Erbe nämlich dahin.

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