Der ehemalige CEO von Knorr-Bremse zieht bei dem Industriegashersteller Messer Group in den Vorstand ein. Löst er Stefan Messer ab?

Wird Bernd Eulitz der familienexterne Nachfolger von Stefan Messer? Die Entscheidung darüber werde erst im Herbst fallen, heißt es von dem Gaskonzern Messer Group. Es sei geplant, dass Eulitz der Nachfolger von Messer werde. Über den Zeitpunkt werde der Aufsichtsrat im Spätherbst entscheiden.

Sicher ist: Bernd Eulitz ist seit Anfang Februar offiziell vollwertiges Mitglied im Vorstand. Dort ist Eulitz stellvertretender Vorstandvorsitzender und verantwortet zusammen mit Stefan Messer das internationale Geschäft des Spezialisten für Industriegase. Stefan Messer repräsentiert die dritte Generation der Unternehmerfamilie Messer.

Sein potentieller Nachfolger hielt es im letzten Familienunternehmen knapp zehn Monate aus. Nachdem er im September 2019 zum Vorstandsvorsitzenden von Knorr-Bremse ernannt wurde, verließ er den Konzern im August 2020 bereits wieder. Vor dem kurzen Intermezzo bei dem Münchener Unternehmen war Eulitz knapp 15 Jahre in verschiedenen Positionen bei dem irischen Industriekonzern Linde tätig.
Den vierköpfigen Vorstand komplettieren Helmut Kaschenz und Ernst Bode.

Helmut Kaschenz kam im April 2021 zu Messer. Er fungiert als CFO der Unternehmensgruppe und war vor seinem Einstieg unter anderem Managing Director bei der französischen Großbank BNP Paribas sowie bei dem US-amerikanischen Investmentbanking- und Wertpapierunternehmen Morgan Stanley. Ernst Bode trat bereits 1988 in das Familienunternehmen Messer ein. Im Oktober wurde er nach jahrzehntelanger Tätigkeit im Ausland zum Chief Operations Officer ernannt.

Der Rückkauf der Messer Group

Die Wurzeln der Messer Gruppe liegen im Jahr 1898, als Adolf Messer eine Werkstatt zur Herstellung von Acetylengas ins Leben rief. Über die Jahre und Generationen entwickelte sich das Unternehmen zu einem Hersteller für Industriegase. Mitte der fünfziger Jahre trat Hans Messer im Alter von 28 Jahren als Vertreter der zweiten Generation an die Spitze des Unternehmens. Stefan Messer ist der jüngere der beiden Söhne von Hans Messer und seit Mitte der neunziger Jahre federführend im Unternehmen.

Damals verließ sein älterer Bruder Thomas Messer das Unternehmen. Stefan Messer führt die Gruppe seither und ist dafür verantwortlich, dass die Familie heute wieder ein inhabergeführtes Unternehmen ist. Er tätigte 2004 den Rückkauf der Unternehmensanteile, die über die Jahre durch Fusionen und Wachstumszukäufe an Finanzinvestoren veräußert wurden. Heute macht die Gruppe einen Umsatz von 3,13 Milliarden Euro und beschäftigt mehr als 11.000 Mitarbeitende.

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