Family Office Studie: Nachfolge vernachlässigt trotz wachsender Sorgen

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Family Offices weltweit sehen es als große Aufgabe an, die nächste Generation als verantwortungsbewusste Vermögensinhaber vorzubereiten und die Sicherstellung gemeinsamer Ziele und Visionen für die Familie auf den Weg zu bringen. Aber nur knapp jedes fünfte Family Office setzt die Förderung der Einheit und der Kontinuität innerhalb der Familie in den Fokus der Strategie.

 

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Das ist ein Ergebnis der Studie „Global Family Office Survey Insights 2023“, die die Citibank, einer der größten Finanzdienstleister für Privatkunden weltweit, veröffentlicht hat. Dazu wurden im vergangenen Sommer 268 Family Office Kunden der Bank weltweit befragt. 34 Prozent der Antwortenden kommen aus Nordamerika, 25 Prozent aus Europa, dem Nahen Osten und Afrika. Die restlichen Anteile belaufen sich auf den asiatisch-pazifischen Raum (21 Prozent) und auf Lateinamerika mit 20 Prozent. Über die Hälfte der befragten Family Offices sind aktuell in der ersten Generation.

Auf die Frage, was die größten Anliegen der privaten Vermögensverwalter sind, machten 68 Prozent den Erhalt der Vermögenswerte als wichtigstes Ziel aus. Für ein Family Office nicht allzu verwunderlich. Was aufhorchen lässt, sind Platz zwei und drei der Prioritäten. 60 Prozent der Family Offices macht nämlich die Vorbereitung der nächsten Generation zu verantwortungsbewussten Vermögensbesitzern Sorgen. Auch der dritte Aspekt hat mit dem Thema Familie zu tun. Über die Hälfte der befragten Family Offices will sichergehen, dass sich die Familie auf gemeinsame Ziele und Visionen festlegt.

 

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Obwohl zwei von drei der wichtigsten Prioritäten mit der Familie zusammenhängen, liegt der größte Fokus im Tagesgeschäft nicht auf dem Ziel, die Einheit und die Kontinuität innerhalb der Familie zu fördern. Dieses Ziel haben lediglich 21 Prozent der befragten Family Offices weltweit als Kern ihrer Strategie ausgemacht. Das Hauptinteresse der Family Offices liegt – kaum verwunderlich – auf der Vermögensverwaltung (74 Prozent) und dem Asset- und Investmentmanagement (55 Prozent).

Die unzureichende Übereinstimmung sei besorgniserregend, finden die Autoren der Studie. Denn das Anliegen, die nächste Generation darauf vorzubereiten, verantwortungsbewusste Vermögensinhaber zu werden und gemeinsame Ziele und Visionen für die Familie sicherzustellen, habe im Vergleich zur Umfrage im Jahr 2022 sogar an Wichtigkeit gewonnen. Dennoch wird dieses Thema in der Strategie von einem Großteil der Family Offices nicht als Hauptaugenmerk reflektiert.

 

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Über die verschiedenen globalen Regionen waren die Ergebnisse weitgehend ähnlich. Lediglich Lateinamerika sticht als einzige Region hervor, in der das Erarbeiten gemeinsamer Familienziele in der Strategie (69 Prozent) wichtiger angesehen wurde als der Vermögenserhalt (66 Prozent). Dort wurde auch die Stärkung der Family Governance weiteraus höher bewertet als anderswo. Die Studie erklärt das damit, dass Familien in Lateinamerika tendenziell größer sind und so der Fokus mehr auf Familienthemen liegt. Die Kehrseite zeigt sich in Asien. Dort fand sich die stärkste Fokussierung auf das Ziel „Vermögenserhalt“. 74 Prozent der Family Offices sahen das als wichtigstes Anliegen an.

Hat Internationalen Journalismus in Magdeburg studiert. Schrieb schon davor für die Südwest Presse in seiner Heimat Ulm. Sammelte zudem Auslandserfahrung bei der Allgemeinen Zeitung in Windhoek, Namibia, sowie bei Kwanza TV in Daressalam, Tansania. Seit 2017 Redakteur bei F.A.Z. BUSINESS MEDIA und Mitglied im Redaktionsteam des wir-Magazins.