Zwei Monate, zwei Deals: Das Bielefelder Chemieunternehmen Stockmeier Gruppe hat sowohl im Dezember als auch im Januar Transaktionen auf den Weg gebracht, um im europäischen Ausland anorganisch zu wachsen. Für die jüngste Übernahme fehlt noch die behördliche Genehmigung, aber nach Angaben des Käufers voraussichtlich Ende Februar wird das Chemiedistributionsunternehmen Synerlogic Teil der Stockmeier Gruppe. Synerlogic hat den Hauptsitz in Duiven in den Niederlanden. Das Unternehmen wurde 1905 gegründet und ist Chemikalienhändler und Lohnhersteller mit Fokus auf Lebensmittelzusatzstoffe sowie Chemikalien für Reinigungs- und Desinfektionsmittel.
Viel verändern soll sich bei den Niederländern durch den neuen Eigentümer nicht, denn laut Pressemitteilung werde Synerlogic weiterhin mit seinen Eigenmarken agieren, und zwar als eigenständige Einheit innerhalb des Portfolios des Chemicals-Bereichs von Stockmeier. Mario Bussink, CEO von Synerlogic, verwies im Zuge der Ankündigung darauf, dass auch ausschlaggebend war, dass hier zwei Familienunternehmen zusammengefunden haben. „Wir sind zuversichtlich, dass wir die familiäre Kultur und den Raum für Unternehmertum in unserem Unternehmen beibehalten werden“, so der CEO.
Stockmeier übernimmt auch Mehrheit an Intercoat aus Spanien
Aus einem ganz anderen Bereich kommt das Unternehmen Intercoat Specialties SL, das 1997 in Molins de Rei (Barcelona) gegründet wurde. Intercoat ist in der Beschichtungs-, Druckfarben- und Bauindustrie tätig. An dem spanischen Unternehmen hält Stockmeier seit Ende 2024 die Mehrheit. Josep Abelló, Gründer von Intercoat, sagt über den Teilverkauf, dass dieser für das Fortbestehen seines Unternehmens von grundlegender Bedeutung war. Mitinhaber Josep Camargo sieht indes Wachstumschancen, da Intercoat von nun an auf das Stockmeier-Netzwerk in Europa zurückgreifen kann.
Peter Stockmeier, Geschäftsführender Gesellschafter und CEO in dritter Generation ist seit 1991 im Familienunternehmen tätig. Seit einigen Jahren verantwortet den Bereich M&A und ist für die Beteiligungen seines Unternehmens verantwortlich. Er sagte über die Teilübernahme von Intercoat: „Wir sind überzeugt, dass wir mit dieser Akquisition unsere internationalen Aktivitäten im Bereich Spezialchemikalien weiter ausbauen können. Dies ist eine bedeutende Wachstums- und Synergiechance für uns, da Intercoat umfangreiches Wissen, technische Expertise und strategisch wichtige Partner mitbringt.“
Das deutsche Familienunternehmen wurde 1929 gegründet und hat heute mehr als 2.400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an 56 Standorten weltweit. Seit Mitte 2023 firmiert das Unternehmen nicht mehr als GmbH, sondern als SE. Damit will die Eigentümerfamilie Kontinuität in der Unternehmensführung gewährleisten sowie die internationale Wachstumsstrategie unterstützen.
Hat Internationalen Journalismus in Magdeburg studiert. Schrieb schon davor für die Südwest Presse in seiner Heimat Ulm. Sammelte zudem Auslandserfahrung bei der Allgemeinen Zeitung in Windhoek, Namibia, sowie bei Kwanza TV in Daressalam, Tansania. Seit 2017 Redakteur bei F.A.Z. BUSINESS MEDIA und Mitglied im Redaktionsteam des wir-Magazins.

