Investments von Family Offices jetzt – und in der Zukunft

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Der „Family Office Investment Insights Report 2025“ mit dem Titel Adapting to the Terrain zeigt sich überrascht angesichts des Optimismus und der Konsistenz der Investmentpläne der 245 befragten Entscheider in Family Offices, obgleich die geo- und handelspolitischen Rahmenbedingungen sich nicht nur verschlechtert haben, sondern auch weiterhin von Unsicherheit geprägt bleiben.

Goldman Sachs führte die Umfrage im Mai und Juni 2025 online durch. Knapp die Hälfte der Antworten (47 Prozent) entfällt auf Family Offices aus Nord- und Südamerika, 27 Prozent aus den APAC-Staaten und 26 Prozent aus den EMEA-Ländern.

Wie blicken die Entscheider der Family Offices in die Zukunft, was haben sie vor? In den nächsten zwölf Monaten planen jeweils knapp 40 Prozent, ihr Engagement in Public Equity und Private Equity auszubauen. Diese beiden Anlageklassen dürften kurzfristig somit den größten Zuwachs erfahren. Gleichzeitig wollen 34 Prozent der Befragten ihre Investments in Liquidität zurückfahren – insgesamt also eine Verschiebung hin zu Realwerten, die mehr Rendite, aber auch mehr Risiko mit sich bringen. Überlegungen zu Inflationsschutz und langfristigem Werterhalt dürften ebenso eine Rolle spielen.


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Wie bereiten sich Family Offices auf so genannte „Schwarze Schwäne“, also sehr unwahrscheinliche Ereignisse vor, die aber potenziell große Auswirkungen haben können? Wichtigste Vorsichtsmaßnahme ist hier die geographische Diversifikation mit 53 Prozent. Schon auf Platz zwei der risikoaversiven Allokationsmaßnahmen folgt Gold mit 24 Prozent. Deutliche Unterschiede in der Risikoeinschätzung und dem Ergreifen von Präventionsmaßnahmen zeigen sich in den Antworten in den Regionen. In den Ländern des nord- und südamerikanischen Kontinents („The Americas“) ergreifen 35 Prozent gar keine Maßnahmen. In den EMEA- und APAC-Ländern sind die Family Offices besser auf das „Tail Risk“ vorbereitet: Nur 14 respektive 12 Prozent haben hier nichts unternommen.


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Wie sieht es mit der Diversifizierung in den unterschiedlichen Sektoren aus? Im Fokus stehen Investitionen in Unternehmen aus der Technologiebranche: 58 Prozent der Befragten planen, in den nächsten zwölf Monaten in ihren Portfolios den Technologiesektor stärker zu gewichten. Auch Unternehmen aus den Bereichen Gesundheit, Energie und Finanzen rücken stärker in die Investmentstrategie. Umgekehrt verlieren die Branchen Immobilien, Medien und Konsumgüter an Gewicht.


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Die Autoren der Studie stellen fest, dass immer mehr Family Offices in Kryptowährungen investieren. Allerdings unterscheiden sich die Investmentaktivitäten in den Regionen zum Teil erheblich: 37 Prozent der Family Offices aus den Ländern der nord- und südamerikanischen Kontinente sind in dieser Assetklasse investiert, 35 Prozent aus den APAC-Staaten. Zum Vergleich: In den Ländern der EMEA-Region sind es nur 25 Prozent.

Insgesamt gewährt die Studie detaillierte Einblicke in die unterschiedlichen Investmentstrategien der Family Offices aus den Regionen. Trotz der Unterschiede teilen die Family Officer allerdings die Einschätzung zu den größten Investmentrisiken: 61 Prozent der Befragten sehen die geopolitischen Konflikte als größtes Risiko für ihre Investments, gefolgt von politischer Instabilität (39 Prozent).

Hat an der Uni Bamberg Germanistik, Philosophie und Kommunikationswissenschaften studiert. Zuvor arbeitete sie als Redakteurin am Zukunftsinstitut von Matthias Horx. Bei dem Magazin brand eins in Hamburg entdeckte sie ihre Liebe zum Wirtschaftsjournalismus, der sie seit März 2023 beim wir-Magazin frönen darf.