Martin Picard ist seit dem 1. Januar 2026 Chief Executive Officer des Lederwarenherstellers Picard. Der 33-Jährige, der im Juni 2025 als Director Sales ins Unternehmen eintrat, übernimmt damit nun die strategische Leitung des Familienunternehmens aus Obertshausen im südhessischen Landkreis Offenbach. Martin Picard vertritt die fünfte Generation der Unternehmerfamilie.
Vor seinem Einstieg gründete er 2017 das Unternehmen Störtebekker, eine Direct-to-Consumer-Marke im Bereich Körperpflege. Das Wissen aus der Zeit als Start-up-Gründer will Martin Picard nun ins Familienunternehmen einbringen. Dazu wird er in einer Pressemitteilung wie folgt zitiert: „Ich möchte das Beste aus beiden Welten verbinden: die Agilität eines Start-ups und die Erfahrung eines Familienunternehmens mit fast 100 Jahren Geschichte. Ich habe große Lust auf Entwicklung, auf profitablen Umsatz und auf eine klar erfolgsgetriebene Strategie, die Picard langfristig stärkt. Dabei geht es mir um nachhaltige Markenführung – um stabile Preise, auch im Onlinegeschäft, und um eine Marke, die Wert schafft statt Rabattlogik“, erklärt der neue CEO.
Wie stellt sich Picard Lederwaren neu auf?
Die Geschäftsführung wird im Zuge des Einstiegs von Martin Picard neu strukturiert. Sein Cousin Georg Picard konzentriert sich als Geschäftsführer Produkt und Design vollständig auf die kreativen Kernbereiche des Unternehmens. „Martin bringt eine frische, datengetriebene Perspektive ins Unternehmen. Gemeinsam verbinden wir Tradition und Innovation, um Picard zukunftssicher aufzustellen“, sagt sein Cousin Georg Picard.
Rafael Belzer komplettiert die Geschäftsführung und verantwortet als Chief Operating Officer die operativen Bereiche wie Einkauf, Logistik, Lager, Finanzen und IT. Er kam 2024 ins Unternehmen und war davor unter anderem über neun Jahre bei Tchibo angestellt.
Das Lederwarenunternehmen Picard wurde 1928 von Martin Picard und seinen Söhnen Edmund und Alois gegründet. Im Mai 2020 musste das Unternehmen Insolvenz in Eigenverwaltung beantragen. Das Verfahren wurde im Februar 2021 aufgehoben. 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verloren ihren Arbeitsplatz. Firmenchef zu dieser Zeit war Georg Picard, der 2015 als Geschäftsführer in Unternehmen einstiegen war. Die F.A.Z. berichtete, dass der Umsatz im Jahr 2024 bei rund 20 Millionen Euro lag.
Hat Internationalen Journalismus in Magdeburg studiert. Schrieb schon davor für die Südwest Presse in seiner Heimat Ulm. Sammelte zudem Auslandserfahrung bei der Allgemeinen Zeitung in Windhoek, Namibia, sowie bei Kwanza TV in Daressalam, Tansania. Seit 2017 Redakteur bei F.A.Z. BUSINESS MEDIA und Mitglied im Redaktionsteam des wir-Magazins.

