Studie: Unternehmen engagieren sich etwas weniger

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Bei der Befragung von knapp 700 Unternehmen in Baden-Württemberg und rund 4.000 Unternehmen bundesweit zeigt sich, dass gesellschaftliches Engagement für Unternehmen an Bedeutung verloren hat – allerdings nur im geringen Maße: Insgesamt ging das Engagement zwischen 2018 und 2025 um acht Prozentpunkte zurück. Trotz der wirtschaftlichen Herausforderungen der vergangenen Jahre sehen Unternehmen immer noch die Notwendigkeit, sich gesellschaftlich einzubringen. Das geschieht auf vielfältige Art und Weise: Vorrangig durch Geld- und Sachspenden, aber auch durch Mitarbeiterfreistellungen und Nutzungsüberlassungen. Auffällig sind zwei Aspekte. Zum einen ist die Rolle, die Unternehmensstiftungen spielen, gering: Nur 5 Prozent der befragten Unternehmen entscheiden sich, eine gemeinnützige Stiftung zu errichten. Zum anderen geben 30 Prozent der befragten Unternehmen an, dass sie ihr Kapital nach Nachhaltigkeitskriterien anlegen.


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In fast allen Bereichen hat das gesellschaftliche Engagement von Unternehmen seit 2018 leicht abgenommen, nur die Bereiche Klimaschutz und Bevölkerungsschutz, unter den auch die Katastrophenhilfe fällt, haben zugelegt. Spitzenreiter sind nach wie vor Sport, Bildung, Soziales, Freizeit und Kunst und Kultur. Bevölkerungsschutz folgt jetzt auf Rang 6 mit 24 (Baden-Württemberg) respektive 28 Prozent (bundesweit). Weniger Unterstützung erhalten in der Rangfolge der geförderten Bereiche Wissenschaft und Forschung, Kirche und Religion, Gesundheit und Klimaschutz (18 respektive 16 Prozent), Umweltschutz (17 Prozent auf Bundes- und Länderebene), „Internationales“ und „Sonstiges“.


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Die Daten zeigen: Viele Unternehmen halten sich mit klaren politischen Aussagen weiterhin zurück. Zwar finden es viele grundsätzlich richtig, dass Unternehmen öffentlich demokratische Werte unterstützen – etwa drei Viertel (76 Prozent) stimmen dem zu. Wenn es aber um konkrete Stellungnahmen zu aktuellen politischen Themen geht, sinkt die Zustimmung deutlich: Nur 39 Prozent sind dafür. Demokratische Grundwerte finden also prinzipiell breite Zustimmung in baden-württembergischen Unternehmen, aber bei konkreter Politik äußern sich viele Unternehmen lieber vorsichtig.

Politische Positionierungen sind insgesamt selten. Nur wenige berichten von Druck, sich politisch zu äußern: 9 Prozent sehen internen Druck, 16 Prozent externen Druck durch Kundinnen, Kunden oder die Öffentlichkeit. Nur etwa jedes fünfte Unternehmen (21 Prozent) sagt, dass politische Aussagen Teil der eigenen Unternehmenskultur sind. Zugleich ist die Angst vor negativen Folgen weit verbreitet: 43 Prozent meinen, dass öffentliche politische Stellungnahmen dem Geschäft schaden könnten.


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Trotz der relativ schwachen Bereitschaft, sich politisch zu positionieren, engagieren sich Unternehmen in Baden-Württemberg durchaus für demokratische Grundwerte. Besonders die größeren tun sich dabei hervor: Wie eine weitere Statistik aus dem „Monitor Unternehmensengagement“ des Stifterverbands zeigt, haben 27 Prozent der befragten baden-württembergischen Unternehmen mit 250 und mehr Beschäftigten öffentliche Kampagnen für demokratische Werte unterzeichnet und unterstützt. 32 Prozent der Unternehmen in dieser Größenordnung haben extern oder intern eigene, pro-demokratische Statements veröffentlicht.

Hat an der Uni Bamberg Germanistik, Philosophie und Kommunikationswissenschaften studiert. Zuvor arbeitete sie als Redakteurin am Zukunftsinstitut von Matthias Horx. Bei dem Magazin brand eins in Hamburg entdeckte sie ihre Liebe zum Wirtschaftsjournalismus, der sie seit März 2023 beim wir-Magazin frönen darf.