Investment Controlling als natürlicher Bestandteil des Consulting-Prozesses
Die Dienstleistungen eines Investment Consultants weisen grundsätzlich eine hohe Schnittmenge mit denen eines Multi Family Officers auf. Im Zentrum steht dabei die Strategische Asset Allocation (SAA), welche die individuellen Anlageziele des Investors mit einer diversifizierten Vermögensausrichtung harmonisiert und die Grundlage für den langfristigen Investmenterfolg legt.

Im Anschluss daran beginnt die Umsetzungsphase. Der erste Schritt ist im Regelfall das Aufsetzen einer geeigneten Investment Infrastruktur. Hierbei wird analysiert, in welche Vermögenshülle(n) das Kapital eingebracht werden sollte, um es im Hinblick auf operative, rechtliche und steuerliche Aspekte so effektiv wie möglich verwalten zu können. Auch die Nachfolgeplanung kann bei der Entscheidungsfindung eine wichtige Rolle spielen.
Sobald die Investment Infrastruktur aufgesetzt wurde, kann der Investment Consultant dabei unterstützen, geeignete Vermögensverwalter zu selektieren. Die richtungsweisende Entscheidung seitens des Anlegers hierbei ist es, welchen Manageransatz er verfolgen möchte. Während bei einem Best-in-Class-Ansatz für jede Assetklasse (z.B. Aktien oder Anleihen) spezialisierte Verwalter mandatiert werden, werden bei einem Multi Asset-Ansatz alle Anlageklassen gleichzeitig in unterschiedlichen Mandaten umgesetzt. Unabhängig davon, für welche der beiden Varianten sich der Anleger entscheidet, sollte bei der Auswahl der Vermögensverwalter Stildiversifikation betrieben werden, um vorübergehende Schwächephasen eines einzelnen Asset Managers über die Stärke eines anderen ausgleichen zu können.
Nach dem Abschluss des Manager-Selektionsprozesses wird das Vermögen aktiv verwaltet. Seitens der Vermögensverwalter werden Transaktionen vorgenommen, welche je nach Vermögenshülle auch bilanziell verbucht werden müssen. Es entstehen steuerpflichtige Kapitalerträge und (ggf. abschreibungspflichtige) Kapitalverluste. Die Einbindung eines Steuerberaters, Wirtschaftsprüfers, Rechtsanwalts, Immobilienverwalters und Buchhalters ist daher keine Seltenheit und führt zu erheblichem Aufwand seitens des Anlegers. Darüber hinaus ist es entscheidend, den Überblick über das Gesamtvermögen zu behalten. Bei einer Vielzahl von Vermögensverwaltern, verteilt auf unterschiedliche Vermögenshüllen, stellt dies eine nicht zu unterschätzende Herausforderung dar. An dieser Stelle setzt das Investment Controlling an.

Das Dienstleistungsspektrum eines professionellen Investment Controllings
Für jeden Unternehmer ist es selbstverständlich, regelmäßig Bilanzen sowie Gewinn- und Verlustrechnungen zu erstellen und das Wirken des Unternehmens durch ein professionelles Controlling begleiten zu lassen. Selbstverständlich deswegen, weil nur so ein Unternehmen zielorientiert, effizient und erfolgreich geführt werden kann.

Von diesen Fakten ausgehend schafft und bietet ein Investment Controlling dieselben Instrumente, um das Familienvermögen erfolgreich in die Zukunft zu steuern. Als Basis werden in einem umfassenden Vermögensreporting nicht nur alle Vermögenswerte erfasst, sondern sämtliche Transaktionen dazu verbucht, wodurch eine fortlaufende Begleitung erfolgt. Die große Komplexität, zu der ein breit diversifiziertes Vermögen nahezu zwangsläufig führt, gilt es hierbei maßgeblich zu reduzieren. Im Ergebnis entsteht ein transparentes Reporting, das alles enthält, was der Investor benötigt, um Rückschlüsse ziehen zu können und auf dieser Basis Entscheidungen zu treffen.
Es entsteht eine Vermögensbilanz, die jederzeit aufzeigt, wie das Vermögen über alle Assetklassen hinweg investiert ist und ob die Allokation, die mit der SAA determiniert wurde (oder ggf. noch erarbeitet werden muss), erreicht ist oder ob Anpassungsbedarf besteht. Daneben identifiziert eine Gewinn- und Verlustrechnung die Werttreiber ebenso wie die „Wertvernichter“ für das Vermögen. Der Investor erhält damit einen vergleichenden Überblick auf einer einheitlichen Basis und kann analysieren, wie erfolgreich die beauftragten Vermögensverwalter ihren Auftrag umgesetzt haben.
Das Investment Controlling liefert dabei nicht nur das physische Vermögensrepor-ting, sondern kommt basierend auf diesem Reporting seiner Controlling-Aufgabe nach, um den Investor in die Lage zu versetzen, auf Basis aller relevanter Fakten schnell und zielgerichtet Entscheidungen zu treffen. Entscheidungen, die das Controlling selbstverständlich vorbereiten kann, die aber stets vom Investor selbst zu treffen sind.
Die dauerhafte Begleitung durch das Investment Controlling ermöglicht es folglich dem Anleger, die Entwicklung seines Vermögens, das er basierend auf der SAA ausgerichtet hat, besser zu verstehen und auf Basis dieser Erkenntnis so zu steuern und anzupassen, dass es sich dauerhaft erfolgreich entsprechend seinen Vorstellungen entwickelt.
Sofern vom Investor gewünscht, kann ihn das Investment Controlling dahingehend noch weiter entlasten, indem es die erforderliche Koordination und Kommunikation zum Beispiel mit dem Steuerberater und Rechtsanwalt übernimmt – diese erhalten somit alle Informationen direkt „von der Quelle“ und der Anleger wird von diesen administrativen Tätigkeiten befreit.
Voraussetzung für ein professionelles Investment Controlling ist neben einer hochspezialisierten Software, die individuelle Sonderwünsche zulässt, ein stabiles, leistungsfähiges Mitarbeiterteam, das engagiert und mit hohem Know-how für den Investor tätig wird. Die Erkenntnisgewinne und Einsparungspotenziale aus der Beauftragung eines solchen Teams übersteigen die damit verbundenen Kosten bei weitem.
Resümee
Eine breite Diversifikation auf allen Ebenen der Vermögensanlage ist ein entscheidender Schlüssel für eine langfristig erfolgreiche Investmentstrategie. Dies gilt sowohl für die Aufteilung des Vermögens auf unterschiedliche Anlageklassen (SAA) als auch für die Streuung auf unterschiedliche Asset Manager. Gleichzeitig steigt mit einer Erhöhung des Diversifikationsgrads aber auch die Komplexität. Im Bereich der SAA kann die Beimischung von illiquiden Anlageklassen wie Private Equity oder Private Debt sinnvoll sein – gleichzeitig müssen diese Vermögensgegenstände und deren Risiken aber auch realistisch bewertet und modelliert werden. Im Bereich der Managerselektion ist eine Streuung auf unterschiedliche Investmentstile wichtig – eine größere Anzahl an Asset Managern macht es jedoch auch herausfordernder, den Überblick zu behalten und die individuellen (Miss-)Erfolge der Vermögensverwalter zu identifizieren.
Ein professionelles Investment Controlling löst dieses Spannungsfeld steigender Komplexität durch eine breite Diversifikation. Es schafft Transparenz und Klarheit über die Strategische Asset Allocation, macht die Werttreiber und Wertvernichter messbar und bildet die Basis für eine fundierte Beurteilung der mandatierten Asset Manager. Damit schafft es Verständnis für und Kontrolle über die Entwicklung des eigenen Vermögens, um zielgerichtete Entscheidungen treffen zu können – und entlastet den Anleger, u.a. durch die Reduzierung der Anzahl an Ansprechpartnern. Ein professionelles Investment Controlling sollte daher essenzieller Baustein einer langfristig erfolgreichen Family Office Strategie sein.
