Ein Familienunternehmen im Jahr 2046

Artikel anhören
Artikel zusammenfassen
Teilen auf LinkedIn
Teilen per Mail
URL kopieren
Drucken

„Warum hast du dir kein Pod genommen?“, fragt CEO und Gesellschafterin Mia, als der Kollege und Finanzvorstand Ben zu spät zum Interview erscheint. „Ich wollte den alten BMW mal wieder aus der Garage holen“, entschuldigt er sich. „Du weißt, ich kann einfach nicht lassen von meinen Oldtimern“, ergänzt er. Stuttgart ist wie alle deutschen Großstädte vernetzt mit individuellen Pods – autonom fahrenden, elektrisch angetriebenen Fahrzellen –, die Fahrgäste auf einen Smartwatch-Ruf hin bis vor die gewünschte Haustür transportieren: billiger als ein Taxi, sehr viel angenehmer als ein Bus. Und wie in allen deutschen Großstädten hat der Pod-Verkehr Vorrang vor dem Individualverkehr – sehr zum Leidwesen von Ben. Sein alter BMW i3 aus dem Jahr 2019 müsse auf der äußersten Fahrspur fahren und sei im dichten Treiben der morgendlichen Rushhour kaum noch vorwärtsgekommen, erzählt er, während die Pods koordiniert an ihm vorbeigezischt seien. Mia seufzt. Immerhin hatte sie auf diese Weise noch Zeit gehabt, der Journalistin und sich einen Kaffee und ein Croissant zu holen.

Sie möchten diesen Artikel weiterlesen?
Sie haben bereits ein Nutzerkonto?