Digitalisierung im Mittelstand

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Mit einer mindestens „hohen“ Digitalisierung nach diesen Kriterien von über einem Drittel liegen die deutschen KMU im EU-Durchschnitt. Beim Vergleich mit Großunternehmen bleibt der Abstand jedoch deutlich: Großunternehmen sind viel stärker digitalisiert als kleine und mittlere Unternehmen. Im internationalen Vergleich stehen an der Spitze KMU in Dänemark, Finnland und den Niederlanden.

Beispielhaft seien hier die Faktoren KI-Nutzung, Cloud Computing und ERP-Softwarenutzung herausgegriffen. Dabei zeigt sich: Deutschland liegt im EU-Vergleich im Mittelfeld, was den Digitalisierungsgrad angeht. Aufhorchen lassen muss jedoch der Unterschied zwischen kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) und Großunternehmen: Hier sind die Unterschiede frappierend, in Deutschland ebenso wie in der EU.

2025 erreichte über ein Drittel der KMU in Deutschland auf dem Index-Wert der digitalen Intensität einen hohen oder sehr hohen Wert. Sehr hoch heißt: mindestens 10 von 12 Digitalmaßnahmen, während es für eine hohe Intensität 7 bis 9 sind. Der Digital Intensity Index (DII) misst, wie digital ein Unternehmen arbeitet. Er prüft zwölf Punkte:

  1. Mehr als die Hälfte der Belegschaft nutzt Computer mit Internet fürs Geschäft.
  2. Die schnellste Festnetzleitung bietet mindestens 30 Mbit/s im Download.
  3. Mindestens 1 Prozent des Umsatzes entsteht im E‑Commerce.
  4. Davon gilt zusätzlich: Online-Umsatz über 1 Prozent vom Gesamtumsatz und B2C-Anteil über 10 Prozent am Online-Umsatz.
  5. Es gibt schriftliche Regeln zu IT-Sicherheit.
  6. Mitarbeitende werden über ihre Pflichten zur IT-Sicherheit informiert.
  7. Das Unternehmen nutzt mindestens drei IT-Sicherheitsmaßnahmen.
  8. Es gibt Schulungen zu IT-Fähigkeiten.
  9. Das Unternehmen beschäftigt IT-Spezialisten.
  10. Es setzt KI ein.
  11. Alle Beschäftigten haben Fernzugriff auf E‑Mail, Dokumente und Anwendungen.
  12. Das Unternehmen führt Online-Besprechungen durch.

Der Digital-Index von Deutschlands KMU entspricht ungefähr dem der kleinen und mittleren Unternehmen in der gesamten EU: niedrig. Das trifft auf 37 Prozent der deutschen Unternehmen und 35 Prozent der europäischen KMU zu. Einen sehr hohen Digitalisierungsgrad haben hingegen nur 9 Prozent aufzuweisen.

Ganz anders sieht es bei den großen Unternehmen aus: 84 Prozent der Großunternehmen in Deutschland gelten als hoch oder sehr hoch digitalisiert; EU-weit sind es 83 Prozent. Hier liegt Deutschland im EU-Vergleich leicht vor den anderen europäischen Großunternehmen: Nur zwei Prozent der großen deutschen Unternehmen haben einen „sehr niedrigen“ Digitalisierungsgrad, EU-weit sind es vier.

Am Beispiel von KI, ERP und der Cloud

2025 nutzten 42 Prozent der KMU in Deutschland ERP-Software. Das liegt knapp unter dem EU-Durchschnitt von 45 Prozent. Großunternehmen setzen ERP deutlich häufiger ein: 89 Prozent in Deutschland – wie in der EU. Im Vergleich zu den Vorjahren stagniert jedoch die Nutzung von ERP-Systemen sowohl in KMU als auch in größeren Unternehmen: In den vergangenen Jahren hat sich hier kaum etwas bewegt.


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2025 nutzten Deutschlands KMU deutlich häufiger kostenpflichtige Cloud-Dienste als 2021 – plus 12 Prozentpunkte. Jetzt sind es über die Hälfte der Unternehmen (53 Prozent) Sie liegen damit knapp über dem EU-Schnitt von 52 Prozent. Auch deutsche Großunternehmen zogen an, befanden sich aber von Anfang an auf höherem Niveau: von 71 Prozent (2021) auf 86 Prozent (2025). Die Vorteile von Cloud Computing liegen in der Skalierbarkeit und im ortsunabhängigen Zugriff.


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KI gewinnt sichtlich an Bedeutung: 2025 nutzte jedes vierte KMU in Deutschland KI. Das sind 25 Prozent. EU-weit sind es nur 19 Prozent, so wie hierzulande noch 2024. Großunternehmen setzen KI dagegen viel häufiger ein: 57 Prozent in Deutschland, 55 Prozent in der EU. Die Lücke wächst – zwischen KMU und Großunternehmen. Die kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland und in Europa müssen aufpassen, dass sie bei der Digitalisierung nicht den Anschluss verlieren.


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Hat an der Uni Bamberg Germanistik, Philosophie und Kommunikationswissenschaften studiert. Zuvor arbeitete sie als Redakteurin am Zukunftsinstitut von Matthias Horx. Bei dem Magazin brand eins in Hamburg entdeckte sie ihre Liebe zum Wirtschaftsjournalismus, der sie seit März 2023 beim wir-Magazin frönen darf.