„Das Schaffen von Wert durch unternehmerisches Handeln über Grenzen hinweg hat eine lange Tradition in Lübeck und ist auch Grundlage unserer Existenz bei Dräger. Schon 1900 wurde eine wesentliche Entwicklung inspiriert durch ein Bergwerksunglück in den USA, so entstand das allererste Gerät zur Grubenrettung. Das im Jahr 1902 entwickelte Gerät ermöglichte den Berufsstand der Grubenretter, die in den USA bis heute „Draegermen“ heißen. Im Jahr 1907 eröffneten wir unsere erste Tochtergesellschaft in New York, 1914 ging über die Hälfte unserer gesamten Produktion ins Ausland und die USA. Nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg war dieser Markt für uns komplett verschlossen.
Heute sind die USA wieder das wichtigste Land der Welt für Dräger, nach unserem Heimatland Deutschland. Unter der gegenwärtigen Administration ist das Land allerdings weniger attraktiv. Dort Geld zu verdienen, wird schwieriger, und wegen der hohen Unsicherheit erscheint mir eine Investition im Moment völlig abwegig. Wir haben im Gegenteil unsere Entwicklung und Produktion von Inkubatoren von den USA nach Deutschland verlagert. Das ist allerdings auch Teil einer längerfristigen Strategie, unsere Wertschöpfung zu konsolidieren. Allein in den USA hatten wir zeitweise sechs Standorte, das räumen wir auf. In jedem Fall bleiben unsere Wertschöpfungsketten global, und wir liefern unsere Technik für das Leben weiterhin in alle Länder der Welt, natürlich unter Berücksichtigung aller Regeln, die dafür gelten. Die USA sind da keine Ausnahme.“
Info
Stefan Dräger, Vorstandsvorsitzender, Drägerwerk AG & Co. KGaA, ca. 16.000 Mitarbeitende, davon ca. 8.000 im Ausland
