Jan Niewodniczanski verlässt Bitburger-Geschäftsführung 

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Bereits im Januar 2025 brodelte die Gerüchteküche. Damals verkündigte die Bitburger Braugruppe, dass Gesellschafter und Geschäftsführer Technik und Umwelt, Jan Niewodniczanski, bis Herbst 2025 ein Sabbatical einlege. Seine Auszeit solle bis September dauern, die Frage nach einem Abschied Niewodniczanskis dementierte das Familienunternehmen aus der Südeifel damals vehement. Die Aufgaben des Gesellschafters im Tagesgeschäft übernahmen indes Johannes Hankes (Leiter Technik/Nachhaltigkeit) und die drei weiteren Geschäftsführer Stefan Schmitz (Personal und Recht), Markus Spanier (Finanzen, IT und Einkauf) und Sebastian Holtz (Vertrieb und Marketing).  

Keine Rückkehr von Jan Niewodniczanski 

Ende September wurde es dann offiziell: Jan Niewodniczanskis Auszeit vom Unternehmen werde nicht neun Monate betragen, sondern endgültig sein. Grund seien unterschiedliche Auffassungen über die strategische Ausrichtung des Familienunternehmens. Er bleibe dem Unternehmen als aktiver Gesellschafter erhalten, heißt es. Den Posten als Geschäftsführer lässt Jan Niewodniczanski aber hinter sich.  

Diesen hatte er seit 2006 inne. Damals kam er als Vertreter der siebten Generation der Gesellschafterfamilie zu Bitburger. Davor sammelte er Erfahrung bei Brauereien in Europa, Amerika und Asien sowie in leitenden Positionen bei South African Breweries Ltd. in Südafrika. Zu dem Land hat er eine tiefe Verbindung. Zusätzlich zu seinem Studium in den Bereichen Brauwesen und Getränketechnologie an der TU München schloss er ein MBA-Studium an der der University of Cape Town ab.  

Über seinen Rückzug sagt der Gesellschafter: „Ich bin dankbar dafür, dass es gelungen ist, mit einem hervorragenden Team an meiner Seite die Technik der Braugruppe auf ein Level zu heben, welches branchenweit Anerkennung findet. Allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern möchte ich für die jederzeitige loyale Unterstützung, für ihr Vertrauen und für das freundschaftliche Miteinander von Herzen danken. Als Gesellschafter der siebten Generation werde ich auch weiterhin nah am Unternehmensgeschehen sein und sehe den Ausstieg aus dem operativen Geschäft als Chance und Perspektive, meine Expertise als Gesellschafter dem Familienunternehmen auch in Zukunft zur Verfügung zu stellen.“ Das Ressort, das Jan Niewodniczanski führte, wird vorerst von den drei anderen Geschäftsführern übernommen.  

Bitburger: Mehr als nur Bier 

Die Unternehmensgruppe Bitburger erreichte im vergangenen Geschäftsjahr einen Umsatz von 798 Millionen Euro. Die Konzernobergesellschaft Th. Simon GmbH & Co. KG beschäftigt insgesamt rund 1.600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Neben den Beteiligungen an den Brauereimarken, die zur Bitburger Braugruppe gehören, investiert die Unternehmerfamilie unter dem Dach der Bitburger Holding in weitere Beteiligungen. Zu diesen gehören unter anderem die Gerolsteiner, Dürr Dental und das VC-Unternehmen Bitburger Ventures.  

Hat Internationalen Journalismus in Magdeburg studiert. Schrieb schon davor für die Südwest Presse in seiner Heimat Ulm. Sammelte zudem Auslandserfahrung bei der Allgemeinen Zeitung in Windhoek, Namibia, sowie bei Kwanza TV in Daressalam, Tansania. Seit 2017 Redakteur bei F.A.Z. BUSINESS MEDIA und Mitglied im Redaktionsteam des wir-Magazins.