Neue Köpfe bei Brose

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Zum 1. Januar haben bei Automobilzusteller Brose SE mit Stammsitz in Coburg zwei neue Geschäftsführer ihre Tätigkeit aufgenommen: Neben CEO Stefan Krug (61), dessen Vertrag für weitere drei Jahre verlängert wurde, übernimmt auf Beschluss der Gesellschafter Sabine Neuß (57) die Leitung des Zentralbereichs Produktion. In dieser Funktion soll sie den globalen Produktionsverbund zukunftssicher weiterentwickeln. Zeitgleich wird Bernd Schemer (58) Geschäftsführer Antriebe und übernimmt in der Position des CTO die Führung der zentralen Entwicklung, Elektronik sowie die Koordination der Entwicklungstätigkeiten in den Geschäftsbereichen.

Die neuen Geschäftsführer kommen beide von außen zur Brose Gruppe. Neuß war zuvor unter anderem als CTO bei der Jungheinrich AG tätig. Zu Schemers Werdegang gehören zuletzt Stationen bei Hatschi Automotive Systems und Astremo. Bei Brose tritt Schemer die Nachfolge von Raymond Mutz (59) an, der nach der Übergabephase das Unternehmen verlassen wird.

Maximilian Stoschek rückt auf

Auch auf Ebene des Verwaltungsrats gibt es Veränderungen: Wie bereits im Oktober 2025 kommuniziert wurde, hat der langjährige Verwaltungsratsvorsitzende Maximilian Stoschek sein Amt zum Jahresende an seinen Sohn Maximilian Stoschek als Vertreter der vierten Generation übergeben. Im gleichen Atemzug wurde die Möglichkeit für grundsätzliche Veränderungen in dem Familienunternehmen angekündigt, das sich bisher zu 100 Prozent in Familienbesitz befindet. „Die Gesellschafter der vierten Generation haben ihre langfristige unternehmerische Verantwortung erklärt. Sie erwägen mit einem Partner die positive Weiterentwicklung des Unternehmens fortzusetzen“, hieß es vom Unternehmen. Daher planten die Eigentümer, in Zusammenarbeit mit einer Investmentbank mögliche Partner zu sondieren und zu entscheiden, ob eine Beteiligung oder die jetzige Struktur im Interesse der Gesellschafter, Mitarbeiter, Kunden und Lieferanten sei.

Brose: Harte Einschnitte zeigen Wirkung

Grundsätzlich sieht sich die Brose Gruppe für das Geschäftsjahr 2025 einer verbesserten Ertragssituation gegenüber. Brose rechnet mit einem Umsatz von 7,7 Milliarden Euro, das entspricht rund 84 Millionen Euro weniger als im Vorjahr. Trotz sinkender Umsätze erwartet das Familienunternehmen für das Jahr 2025 wieder ein positives Ergebnis und rechnet mit einem Jahresüberschuss von 21 Millionen Euro.

Neben strategisch wichtigen Aufträgen und Zukäufen ist das wohl auch auf schmerzhafte interne Maßnahmen zurückzuführen: Zur Senkung der indirekten Personalkosten um 20 Prozent baut die Firmengruppe gegenüber 2023 an Hochlohnstandorten fast jeden vierten Arbeitsplatz in Entwicklung und Verwaltung bis Ende 2026 ab, davon fast 1.000 Stellen an den fränkischen Standorten. „Unser Restrukturierungsprogramm wirkt, auch im schwierigen Marktumfeld“, betont CEO Stefan Krug. Für 2026 erwartet die Brose Gruppe keine Entspannung der Marktsituation und rechnet wiederholt mit stagnierenden Umsätzen. „Deshalb müssen wir die Restrukturierung konsequent fortsetzen, neue Produkte schneller entwickeln, die Auslastung unserer Werke optimieren und die Qualität von Produktanläufen verbessern“, so Krug.

Die Wurzeln der heutigen Brose SE reichen bis ins Jahr 1908 zurück, als Max Brose in Berlin sein erstes Unternehmen gründete. Max Broses Enkel Michael Stoschek leitete das Unternehmen viele Jahre in dritter Generation als Geschäftsführender Gesellschafter und saß zuletzt rund 20 Jahre dem Verwaltungsrat vor. Die Gruppe mit Hauptsitz im fränkischen Coburg beschäftigt nach eigenen Angaben rund 31.000 Mitarbeitende an 68 Standorten in 24 Ländern.

Hat Theaterwissenschaft und Kunstgeschichte in Mainz und Paris studiert. Kam über die Kulturberichterstattung zur Tageszeitung. Seit 2007 Redakteurin in der F.A.Z.-Gruppe, seit 2015 fester Teil der wir-Redaktion, wo sie die Produktion des Magazins, das Programm der „wir-Tage“ und den Podcast verantwortet.