Der deutsche Startup-Verband hat gemeinsam mit der Friedrich-Naumann-Stiftung einen „Migrant Founders Monitor“ veröffentlicht. Grundlage dafür sind die Befragungsdaten des Deutschen Startup Monitors 2024, an dem im vergangenen Jahr 1.828 Gründerinnen und Gründer teilnahmen. Für 1.432 Teilnehmende konnte erhoben werden, ob eine Einwanderungsgeschichte vorliegt: Daraus gehen 255 Gründer mit Einwanderungsgeschichte, wie es die Autoren nennen, hervor, die den Gegenstand des „Migrant Founders Monitor“ darstellen. Einwanderungsgeschichte wird dabei so definiert, dass die Gründer selbst oder ihre Eltern – und zwar beide Elternteile – im Ausland geboren sein müssen.
Der Anteil an Personen mit Einwanderungsgeschichte an den Start-up-Gründern in Deutschland liegt laut des Monitors insgesamt bei 14 Prozent. Keineswegs handelt es sich bei den entsprechenden Unternehmen nur um kleine Betriebe: Von den Start-ups, die mit einer Milliarde Euro oder mehr bewertet werden, also den sogenannten „Unicorns“, haben 53 Prozent mindestens einen migrantischen Gründer oder eine migrantische Gründerin.
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Die Kombination aus Resilienz, Risikobereitschaft und Vision bei der Einschätzung der eigenen Stärken bezeichnet die Studie als „Start-up-Mindset“. Gründerinnen und Gründer geben sich bei diesen Eigenschaften selbst höhere Werte als der Rest der Bevölkerung – und Migrant Founders nochmal mehr. So schätzen etwas mehr als die Hälfte der Start-up-Gründer mit Migrationshintergrund sich selbst als Visionäre ein, im Gegensatz zu knapp unter der Hälfte der Gründer in Deutschland allgemein.
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Probleme treten allerdings auf, wenn Gründerinnen und Gründer mit Migrationsgeschichte in Deutschland versuchen, ein Netzwerk zu aktivieren: „Investoren überzeugen“ und „Co-Founder finden“ ist für sie eine größere Hürde als für Gründer ohne Migrationsgeschichte.
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Dem entsprechend wird das eigene Netzwerk in Deutschland von Gründerinnen und Gründern mit Migrationshintergrund schlechter bewertet als von anderen Gründern. Weniger als die Hälfte von ihnen nimmt das eigene Netzwerk in Deutschland als positiv wahr.
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Das schlägt sich auch auf das Selbstbild der Migrant Founders nieder. Bei der Bewertung der eigenen Stärken und Schwächen beurteilen sie selbst ihre Fähigkeit, zu kommunizieren und andere Menschen zu überzeugen, im Vergleich schlechter. Der Gegensatz zu der Selbstbewertung in Sachen Start-up-Mindset (siehe Grafik oben) deutet auf strukturelle Ursachen für diese Einschätzung hin. Die Studie attestiert deshalb den Migrant Founders „ungehobenes Potenzial“ für die deutsche Wirtschaft.
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Hat an der Uni Bamberg Germanistik, Philosophie und Kommunikationswissenschaften studiert. Zuvor arbeitete sie als Redakteurin am Zukunftsinstitut von Matthias Horx. Bei dem Magazin brand eins in Hamburg entdeckte sie ihre Liebe zum Wirtschaftsjournalismus, der sie seit März 2023 beim wir-Magazin frönen darf.

