Wie und warum erlebt die nächste Generation in Unternehmerfamilien ihre eigene Legitimität – und was braucht es, damit andere ihr diese zuschreiben und sie ihre unternehmerische Rolle wirkungsvoll ausfüllen kann? Diese Frage stand im Zentrum meiner Dissertation und beschäftigt mich auch persönlich als Mitglied einer Unternehmerfamilie. Mein Ziel war es, Erkenntnisse zu gewinnen, die NextGens Orientierung geben – und mich intensiv mit einem Thema auseinanderzusetzen, das mir hilft, meine Rolle im Familienunternehmen später bewusst zu gestalten. Für mich war diese intensive Auseinandersetzung mit dem Thema dabei mindestens so wertvoll wie die Ergebnisse selbst: in schwierigen Phasen dranzubleiben, den Fokus zu halten und strukturiert vorzugehen – Grundsätze, die heute meine Rolle im Familienunternehmen leiten. Einige Ergebnisse lassen sich leicht in die Praxis umsetzen. Dazu gehören Prinzipien wie Vertrauen und Akzeptanz – etwa durch offene Kommunikation oder das frühe Einbinden relevanter Personen. Andere Erkenntnisse sind stärker kontextabhängig – etwa, dass bestimmte Karrierewege die Akzeptanz als Nachfolgerin oder Nachfolger erhöhen können. Damit wird deutlich: Wissenschaft hat ihre Grenzen. Es gibt nicht den einen richtigen Weg, sondern verschiedene Möglichkeiten, Legitimität zu gewinnen – und genau darin liegt eine zentrale Erkenntnis der Forschung.
Info
Dr. Miriam Förch, Mitglied des Beirats, Theo Förch GmbH & Co. KG, 3.500 Mitarbeitende
