Das Niedrigzinsumfeld zwingt zur Bescheidenheit: Family Offices im deutschsprachigen Raum und Vermögensinhaber rechnen in den kommenden zwölf Monaten mit geringen Renditen, knapp die Hälfte sogar mit Renditen von nur 0 bis 2,5 Prozent. 80 Prozent passen ihr Rendite-Risiko-Profil daher an: Je die Hälfte davon nimmt entweder ein höheres Risiko bei ungefähr gleicher Renditeerwartung in Kauf oder sucht einen Mittelweg zwischen höherem Risiko und niedrigerer Rendite. Für 40 Prozent ist der Kapitalerhalt das wichtigste Anlageziel für 2017.
Das fanden die Autoren der frisch erschienenen Studie „Anlage im Niedrigzinsumfeld“ vom Bayerischen Finanz Zentrum heraus, die von AXA Investmentmanagers, iShares by BlackRock, Commerzbank und KPMG unterstützt wurde. Zum fünften Mal seit 2009 wurden Single und Multi Family Offices befragt, die meisten davon stammen aus Deutschland und der Schweiz, die anderen aus Österreich und Liechtenstein. 72 Family Offices nahmen an der Studie teil. Knapp ein Viertel der Vermögensinhaber hat das Vermögen geerbt, drei Viertel haben es aus den Familienunternehmen erwirtschaftet. Zwei Drittel der betreuten Vermögen sind zwischen 300 Millionen und 3 Milliarden Euro groß.
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Effektive Asset-Allocation von family Offices
Quelle: Bayrisches Finanz Zentrum (BFZ) e.V.
Etwas besser als die kurzfristige Renditeerwartung ist die für den Zeitraum von ein bis drei Jahren. Immerhin rechnen zwei Drittel mit einer Rendite von 2,5 bis 5 Prozent. 13 Prozent der Befragten rechnen mit einer Rendite höher als 10 Prozent. Die mittelfristig höheren Renditeerwartungen liegen in einer positiven Einschätzung der volkswirtschaftlichen Daten und Kapitalmärkte begründet (Stichtag der Befragung 30. September 2016). Die meisten Family Offices erwarten steigende Leitzinsen und eine steigende Inflation in den USA; für Europa rechnet gut die Hälfte mit einer unveränderten Inflation, 60 Prozent erwarten keine Veränderungen der Zinsen. Die befragten Family Offices setzen auf eine positive Entwicklung an den Aktienmärkten – weltweit.
Wie wirken sich diese Erwartungen nun in den konkreten Anlageentscheidungen und in der Asset-Allocation aus? Den weitaus größten Teil im Portfolio machen mit 30 Prozent die Aktienpakete aus (siehe Grafik). Rechnet man noch die Investitionen in Private-Equity-Fonds, Direktbeteiligungen an Firmen und Venture-Capital-Investments dazu, sind Unternehmensbeteiligungen mit 46 Prozent das Schwergewicht im Portfolio der Vermögensinhaber.
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Anlageziele der Vermögensinhaber 2017
Quelle: Bayrisches Finanz Zentrum (BFZ) e.V.
Das ist nicht ganz überraschend. Laut Studie entscheidet in letzter Instanz nicht der (angestellte) Family Officer über die Investition und die Asset-Allocation, sondern der Vermögensinhaber, dem drei Viertel der Befragten ein starkes Kontrollbedürfnis attestieren. Und da Vermögensinhaber sich mit Unternehmen, deren Führung sowie dem Ausloten von Chancen und Risiken nun einmal am besten auskennen, liegt es nahe, in Zeiten von großer Unsicherheit auf den Finanz-, Kapital- und Immobilienmärkten in Firmen zu investieren. Für alle anderen Felder braucht der Vermögensinhaber Expertise von außen. Bei der Auswahl von qualifizierten Family Officern und Assetmanagern ist der Track Record am wichtigsten, gefolgt von Bekanntheitsgrad und Reputation, Anlageprozess und der Kosten- und Gebührenstruktur.
Was haben die Vermögensinhaber und ihre Family Officer in Zukunft vor? Jeweils ein Fünftel will die Investitionen in Aktien und in Direktbeteiligungen erhöhen. Jeweils 11 Prozent werden ihre Aktivitäten in Venture Capital und Rohstoffe/Infrastruktur erhöhen. Auf der anderen Seite plant ein Fünftel, den Anteil der festverzinslichen Wertpapiere zu reduzieren. Auch aus Hedgefonds, Private-Equity-Fonds und Immobilien wollen sich mehr Famly Offices zurückziehen als neu hinzustoßen.
Mehr Informationen zur Umfrage: breuer@bfzev.de
Petra Gessner ist Diplom-Volkswirtin und seit 2015 Chefredakteurin des wir-Magazins. Ihr akademischer Weg führte sie von Freiburg im Breisgau in die USA und nach Chile, wo sie sich mit der Wirtschaftsgeschichte Lateinamerikas auseinandersetzte. Seit 2000 arbeitet sie in der F.A.Z.-Verlagsgruppe und ist Gründungsmitglied des Corporate Finance Magazins „FINANCE“, wo sie die Themen M&A und Private Equity verantwortete.

