Bei dem Werkzeugmaschinenhersteller Heller sitzt künftig H.I.G. Capital mit am Tisch. Wie das Familienunternehmen aus Baden-Württemberg mitteilte, beteiligt sich der Investor substanziell an der Unternehmensgruppe. H.I.G. Capital wird zum Mehrheitseigner der Heller-Gruppe. H.I.G. Capital ist eine Investmentgesellschaft mit Sitz in Miami.
Ein erneuter Schritt mit Investoren für die Heller-Familie
Anteile des Unternehmens an einen Investor zu verkaufen ist dabei kein neuer Schritt für das deutsche Familienunternehmen. Im Jahr 1995 veräußerte die Gesellschafterfamilie schon einmal 36 Prozent des Unternehmens an den Investor BKW. Durch den Verkauf regelte die Familie Heller damals zum einen die Nachfolge, da sich aus der Familie niemand bereit zeigte, die Unternehmensnachfolge im operativen Geschäft anzutreten und zum anderen wurde Kapital benötigt, um die Internationalisierung des Unternehmens voranzutreiben. BKW blieb dann mehr als 20 Jahre am Unternehmen beteiligt, da die wirtschaftliche Lage Rückkauf-Szenarien von Seiten der Familie immer wieder verhinderte. 2016 holte sich die Familie dann über eine Mischfinanzierung aus privaten Mitteln und Kapital aus dem Unternehmen die Anteile von BKW zurück. „Die Gründe für einen Unternehmensrückkauf lassen sich auf unternehmerischer Ebene nur bedingt erklären“, sagte der damalige Geschäftsführer Klaus Winkler über den Rückkauf. Er konnte jedoch beobachten, dass es der Eigentümerfamilie ein gutes Gefühl gebe, dass das Unternehmen wieder zu 100 Prozent in Familienhand war. Woher also der Sinneswandel?
Frisches Kapital für Innovation und Marktpräsenz
Wie auch 1995 soll das frische Kapital dafür genutzt werden, um Investitionen voranzutreiben, heißt es vom Unternehmen. „Unser Ziel bleibt klar: Die Sicherung und der Ausbau unserer Innovationsführerschaft im Markt, um neue Branchen und Kunden zu erschließen“, erklärt Heller-CEO Dr. Thorsten Schmidt den Schritt. Konkret heißt das, dass das Geld für vier Punkte eingesetzt werden soll: Investitionen in zukunftsweisende Technologien, Erweiterung des Produktportfolios, Ausbau der globalen Marktpräsenz und die Steigerung der Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit von Heller. „Diese Partnerschaft ermöglicht es uns, die Transformation des Unternehmens aktiv zu gestalten und gleichzeitig unsere Wurzeln zu bewahren“, lassen sich Nicole Pfleiderer und Marc Heller, Vertreter der vierten Generation der Eigentümerfamilie, in einer Pressemitteilung des Unternehmens zum Einstieg von H.I.G. Capital zitieren.
Heller wurde 1894 in Nürtingen in Baden-Württemberg als Handwerksbetrieb gegründet. Heutzutage entwickelt und produziert die global agierende Unternehmensgruppe CNC-Werkzeugmaschinen und Fertigungssysteme für die hochproduktive Metallverarbeitung. Insgesamt beschäftigt das Unternehmen rund 2.600 Mitarbeitende an Standorten in Europa, Asien und Nord- und Südamerika.
H.I.G. Capital ist eine weltweite agierende Investmentgesellschaft. Der Investor hat sich auf die Bereitstellung von Fremd- und Eigenkapital für mittelständische Unternehmen spezialisiert.
