Isabelle Himbert: „Wir sind bewusst Innovationsführer“

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„Handelsbarrieren erzeugen wirtschaftliche Unsicherheit und diese wiederum hemmt Investitionen. Das spüren auch wir indirekt über unsere Kunden, den Werkzeugmaschinenbauern, für die wir Schutzabdeckungen herstellen. Die Folgen der aktuellen US-Zoll- und Handelspolitik treffen uns zunächst über einen Rückgang der Aufträge unserer Kunden im US-Markt. Plötzlich werden innovative deutsche Lösungen überproportional teurer, während lokal produzierte US-Maschinen wettbewerbsfähiger erscheinen. Uns kommt bei Arnold zugute, dass wir bereits während der Covid-Pandemie begonnen haben, unsere Internationalisierungsstrategie anzupassen. Damals haben viele Unternehmen – auch wir – das sogenannte Decoupling vorangetrieben, um Lieferketten robuster und unabhängiger zu machen.

Seitdem konzentrieren wir uns neben dem europäischen Markt auch stärker auf das Asiengeschäft, insbesondere auf China – den größten Wachstumsmarkt im Werkzeugmaschinenbau. 2022 haben wir einen Produktionsstandort nahe Schanghai aufgebaut, um uns unabhängiger von Zöllen und Transportkosten zu machen und näher an unseren Kunden zu sein. Der Standort ist schnell gewachsen; mittlerweile beschäftigen wir dort rund 40 Mitarbeitende. Unsere Führungskräfte vor Ort sind Chinesen, die fließend Englisch sprechen. Auch unsere Geschäfte mit Japan, Südkorea, Indien und Singapur steuern wir von diesem Standort aus. Unsere Strategie lässt sich in einem Satz zusammenfassen: „Deutschland für Europa, China für Asien“. Dabei positionieren wir uns bewusst als Innovationsführer und nicht als Kostenführer. In Asien können wir nur durch technologische Stärke und Produktinnovation bestehen. Würden wir primär auf Kostenführerschaft setzen, hätten wir uns vermutlich für einen Produktionsstandort in Ländern wie Indien oder Vietnam entschieden.“

Info


Isabelle Himbert, Geschäftsführerin, Arno Arnold GmbH, ca. 120 Mitarbeitende