Die deutsch-schwedische Allbright Stiftung ist eine politisch unabhängige und gemeinnützige Stiftung, die sich für mehr Frauen und Diversität in den Führungspositionen der Wirtschaft einsetzt. Für ihren Frühjahrsbericht hat die Stiftung die 100 größten Familienunternehmen in Deutschland untersucht. Zu dem Frühjahrsbericht hat das wir-Magazin bereits ein Interview mit Geschäftsführerin Wiebke Ankersen geführt.
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Was in dem Frühjahrsbericht als „Stillstand“ bezeichnet wird, sind die 0,4 Prozent, um die der Frauenanteil in den Geschäftsführungen und Vorständen der 100 größten Familienunternehmen seit 2024 gewachsen ist: 47 Geschäftsführungen hatten vor zwei Jahren mindestens eine Frau als Mitglied, heute sind es 49. 60 Frauen arbeiten dort, im Gegensatz zu 402 Männern, die in deutschen Familienunternehmen Geschäftsführer sind. Das entspricht einem Frauenanteil von 13 Prozent. Etwas besser sieht es in börsennotierten Unternehmen aus: 160 an der Frankfurter Börse notierte Unternehmen haben einen Frauenanteil von immerhin fast 20 Prozent. Aber auch hier stagniert das Wachstum: der Unterschied zu 2024 beträgt gerade einmal 0,7 Prozent.
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Das liegt nicht nur daran, dass so wenige Frauen als Geschäftsführerinnen eingestellt werden, sondern auch daran, dass so viele zwischen März 2024 und März 2026 gegangen sind. Und hier ist der Unterschied zwischen börsennotierten und nicht börsennotierten Unternehmen auffällig: Bei den im DAX verzeichneten Unternehmen haben männliche Geschäftsführer eine höhere Fluktuation (38 Prozent) als die weiblichen (23 Prozent), bei Familienunternehmen in Privatbesitz ist es genau umgekehrt: Zwischen 2024 und 2026 haben nur 24 Prozent der männlichen Geschäftsführer ihren Posten wieder verlassen, bei den weiblichen waren es 32 Prozent.
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Männer und Frauen aus Gesellschafterfamilien besetzen unterschiedliche Positionen in den Gremien der Familienunternehmen: Töchter werden überproportional häufig Gremienmitglieder unternehmensnaher Stiftungen (52 Prozent), aber fast nie Vorsitzende der Geschäftsführung (6 Prozent). Diesen Posten haben zu 94 Prozent die Söhne aus den Gesellschafterfamilien inne. Von den 100 größten Familienunternehmen Deutschlands haben nur noch 31 überhaupt Familienmitglieder im aktiven Management, und nur vier davon sind Frauen.
Interessant ist dabei die Rolle des Aufsichtsrats: Laut dem Frühjahrsbericht der Allbright Stiftung berufen Familienmitglieder als Aufsichtsratsvorsitzende deutlich seltener Frauen in die Geschäftsführung als familienfremde. 68 Prozent der Unternehmen mit einer familienfremden Person im Aufsichtsratsvorsitz haben mindestens eine Frau in der Geschäftsführung, von denen mit einem Familienmitglied im Aufsichtsratsvorsitz nur 48 Prozent. Die Studie zieht daraus den Schluss, dass der Einfluss familienfremder Akteure sich positiv auf den Frauenanteil in der Geschäftsführung auswirkt.
Hat an der Uni Bamberg Germanistik, Philosophie und Kommunikationswissenschaften studiert. Zuvor arbeitete sie als Redakteurin am Zukunftsinstitut von Matthias Horx. Bei dem Magazin brand eins in Hamburg entdeckte sie ihre Liebe zum Wirtschaftsjournalismus, der sie seit März 2023 beim wir-Magazin frönen darf.

