Die Schweizer Bank UBS hat 307 Family Offices in 30 Ländern zwischen Januar und März 2026 nach ihren Vermögenstrategien befragt. Dabei fällt auf, dass das globale Vertrauen in den US-Dollar schwindet. Family Offices ziehen sich aus auf US-Dollar lautenden Vermögenswerten zurück. Stattdessen setzen sie auf Risikostreuung und verteilen ihre Werte auf verschiedene Währungen. Besonders der Euro und der Schweizer Franken profitieren davon.
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Dieses sinkende Vertrauen ist ein Faktor, der den Trend zum „Multishoring“, also der Verteilung über verschiedene Regionen vorantreibt. Die meisten Family Offices halten Assets in zwei, drei oder gar vier verschiedenen Ländern.
Natürliche Intelligenz investiert in Zukunftstechnologien
Während das regionale Klumpenrisiko in Form des US-Dollars im Währungsbereich so verringert wird, bahnt sich anderswo womöglich schon das nächste an, nämlich in Hinblick auf Technologien und Märkte: Family Offices investieren massiv in Künstliche Intelligenz. 65 Prozent der befragten Family Offices haben bereits in KI investiert, weitere 7 Prozent planen das in den nächsten 12 Monaten zu tun. Entgegen zuweilen geäußerter Befürchtungen sind die Befragen eher nicht der Meinung, es mit einer Blase zu tun zu haben: 53 Prozent der Befragten antworteten „Möglicherweise“ auf die Frage, ob es sich bei dem KI-Sektor um eine Blase handelt, 47 Prozent sagten ganz entschieden „Nein“. Keines der befragten Family Offices antwortete mit „Definitiv“. Trotzdem können Family Offices eine gewisse „Fear of Missing Out“ beim Thema KI nicht verhehlen, so die Autoren der Studie.
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„KI“ ist jedoch vielschichtiger, als die zwei Buchstaben vermuten lassen. Ob ein Family Office in Infrastruktur, Plattformen oder „Transition Materials“ investiert, oder in einzelne Subsparten wie KI-Anwendungen in der Gesundheitsbranche, zeugt von unterschiedlichen Herangehensweisen in der Gegenwart und lässt unterschiedliche Outcomes in der Zukunft erwarten. KI ist also nicht gleich KI.
NextGens im Family Office: Kommunikation ist alles
Die Nachfolge im Family Office ist ein großes Thema. 32 Prozent der weltweit befragten Family Offices halten die NextGen im eigenen Fall für „zu jung“, um im Family Office involviert zu werden. 21 Prozent sagen, sie seien alt genug, aber nicht involviert. Die UBS-Studie konstatiert große Einigkeit darüber, was „zu jung“ bedeutet: Zwischen 30 und 39 Jahren soll die NextGen ins Family Office einsteigen und zwischen 18 und 29 Jahren bereits darauf vorbereitet werden. Der 30. Geburtstag ist also der von der NowGen als ideal empfundene Zeitpunkt für einen Einstieg.
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Impact Investing und philanthropische Initiativen sind ein gutes Einstiegsthema für die nächste Generation, denn Werte und Motivation spielen bei der Nachfolge ins Family Office eine große Rolle, ebenso wie die Kommunikation zwischen den Generationen. Anastasia Deryagina, Head Global Next Generation Solutions bei UBS, wird in der Studie folgendermaßen zitiert: „Fehlendes Engagement von Seiten der NextGen wird oft als fehlendes Interesse missverstanden, wenn es in Wirklichkeit eigentlich ein Mangel an Empowerment bedeutet. Wenn wir uns die Zeit nehmen, verantwortungsvolles Vermögensmanagement als Mittel zur Erfüllung individueller Leidenschaften, professionellem Impact, persönlichem Sinn und dem der Familie zu ‚reframen‘, verändert sich auch das Interesse, das dem Family Office von Seiten der NextGen entgegengebracht wird.“
Hat an der Uni Bamberg Germanistik, Philosophie und Kommunikationswissenschaften studiert. Zuvor arbeitete sie als Redakteurin am Zukunftsinstitut von Matthias Horx. Bei dem Magazin brand eins in Hamburg entdeckte sie ihre Liebe zum Wirtschaftsjournalismus, der sie seit März 2023 beim wir-Magazin frönen darf.

