Der Bekleidungshändler Walbusch-Gruppe mit Stammsitz in Solingen hat den Wechsel von der zweiten in die dritte Generation vollzogen: Der langjährige Geschäftsführende Gesellschafter Thomas Busch (88) hat seine verbleibenden Unternehmensanteile an seinen Sohn Christian Busch (54) übertragen. Damit ist der Generationswechsel nun auch auf Gesellschafterebene abgeschlossen.
Christian Busch war in den zurückliegenden 25 Jahren in verschiedenen Positionen für die Walbusch-Gruppe tätig. Seit 2007 ist er Teil der Geschäftsführung, 2016 übernahm er deren Vorsitz. Sein Vater Thomas Busch wechselte 2008 von der Geschäftsführung in den Beirat; sein Bruder Mathias Busch, der 2007 noch der Geschäftsführung angehörte, verließ das Unternehmen ein Jahr später. Christian Busch ist nach Angaben des Unternehmens bereits seit 2014 Mehrheitsgesellschafter mit 70 Prozent der Unternehmensanteile. Jetzt hat er die verbleibenden Anteile von seinem Vater Thomas Busch übernommen.
Wie blickt Christian Busch auf die Zukunft von Walbusch?
Das Umfeld für Walbusch bleibt herausfordernd. Neue Einkaufsgewohnheiten, digitale Vertriebskanäle und eine andere Mediennutzung der Kunden hätten den Handel grundlegend gewandelt, heißt es vom Unternehmen. „Der Generationswechsel hat auch bei unseren Kunden stattgefunden“, so Christian Busch. „Der Modeeinkauf über einen Katalog verliert massiv an Bedeutung. Deshalb müssen wir mit unseren Produkten und Marken dorthin, wo die Kunden Mode erleben möchten.“
In den vergangenen zwölf Monaten wurden nach Angaben der Gruppe zahlreiche neue Vertriebsansätze erprobt. Dazu zählen die Präsenz auf Internet-Marktplätzen, Shop-in-Shop-Flächen bei anderen Händlern sowie die erste stationäre Filiale der Marke Mey & Edlich in Köln. Im Frühjahr 2027 soll das erste Ladengeschäft von Walbusch in den Niederlanden eröffnet werden. „Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten ist es wichtig, unsere Abhängigkeit vom Katalog schrittweise zu verringern und Walbusch breiter aufzustellen“, so Christian Busch.
Die Unternehmensgruppe hat ihre Wurzeln im Jahr 1934 in Solingen. Der Firmenname leitete sich vom Namen des Gründers Walter Busch ab. Dessen Sohn Thomas Busch übernahm das Familienunternehmen in zweiter Generation im Jahr 1976 mit 45 Mitarbeitenden und einem Umsatz von 10 Millionen D-Mark. Bis 2008 prägte er als Geschäftsführender Gesellschafter maßgeblich die Entwicklung der Walbusch-Gruppe, die zu diesem Zeitpunkt 320 Millionen Euro Umsatz erzielte und rund 800 Mitarbeitende beschäftigte. Zur Walbusch-Gruppe mit heute mehr als 1.000 Mitarbeitenden gehören neben Walbusch auch die Marken Mey & Edlich, die Walbusch 2004 vom gleichnamigen Leipziger Textilunternehmen erworben hatte, und die Marke Avena.
Hat Theaterwissenschaft und Kunstgeschichte in Mainz und Paris studiert. Kam über die Kulturberichterstattung zur Tageszeitung. Seit 2007 Redakteurin in der F.A.Z.-Gruppe, seit 2015 fester Teil der wir-Redaktion, wo sie die Produktion des Magazins, das Programm der „wir-Tage“ und den Podcast verantwortet.

