Der Spezialmaschinenbauer Gebr. Schmid will an die Wall Street. Das Familienunternehmen fusioniert mit einem an der US-Börse notierten Übernahmevehikel (Special Purpose Acquisition Company – SPAC), der Pegasus Digital Mobility Acquisition Corp. Nach dem Zusammenschluss soll Gebr. Schmid, das in Schmid Group N.V. umbenannt wird, voraussichtlich im vierten Quartal dieses Jahres an der New Yorker Börse gelistet werden. Gebr. Schmid wird bei dem Deal mit 640 Millionen Dollar bewertet.
Christian Schmid und Anette Schmid aus der Gründerfamilie behalten auch nach der Notierung an der US-Börse die Mehrheit und werden weiterhin Managementpositionen besetzen, heißt es vom Unternehmen. Im Aufsichtsrat werden dann voraussichtlich Christian Schmid, Anette Schmid, die Pegasus-Vorstände Ralf Speth und Dr. Stefan Berger sowie drei unabhängige Mitglieder sitzen. „Wir haben diesen Schritt schon seit einiger Zeit in Erwägung gezogen und betrachten die amerikanischen Kapitalmärkte als wesentlich geeigneter für ein Technologieunternehmen“, erklärt Firmenchef Christian Schmid gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.
SPACs wie Pegasus Digital Mobility werden auch Börsenmäntel genannt. Sie sind Zweckgesellschaften, mit denen Firmen an die Börse gelangen, ohne den klassischen Prozess eines Börsengangs zu durchlaufen. SPACs sind leere Firmenhüllen, die zunächst an der Börse gelistet werden. Dessen Manager suchen dann ein Fusionsziel, wie beispielsweise das Unternehmen Gebr. Schmid. Nach der anstehenden Fusion wird Gebr. Schmid dann an der US-Börse gelistet sein.
Gebr. Schmid bietet Leiterplatten und Photovoltaik-Anlagen
Die Schmid Group ist ein globaler Anbieter von Anlagen, Software und Dienstleistungen für Hersteller von Leiterplatten. Sie ist außerdem in den Bereichen Photovoltaik und Energiespeicherung tätig. Die Muttergesellschaft der Gruppe, die Gebr. Schmid GmbH, hat ihren Sitz in Freudenstadt im Schwarzwald und Produktions-, Vertriebs- und Servicestandorte in China, Südkorea, Malaysia, Taiwan und den USA. Entstanden ist Gebr. Schmid aus einer 1864 durch die Brüder George und Ludwig Schmid gegründeten mechanischen Werkstatt. Seit 1997 ist mit Christian Schmid die fünfte Generation im Unternehmen tätig. Die Gruppe beschäftigt mehr als 800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und verzeichnet laut eigenen Angaben ein starkes Umsatzwachstum. Genaue Zahlen nennt das Unternehmen nicht.
