Investitionen in Aktien, Derivate oder Immobilien sind mit erheblichen steuerlichen Abgaben verbunden. Der langfristige Vermögensaufbau und die Vorsorge fürs Alter werden somit erschwert. Eine Lösung stellt das Investieren über eine vermögensverwaltende GmbH dar. Doch für wen ist dieser Ansatz geeignet, und was muss beachtet werden?

Eigenverantwortliche Vorsorge sowie aktive Vermögensgestaltung werden immer wichtiger. Erfolgreiches Investieren ist von verschiedenen Faktoren abhängig: von Marktwissen und Erfahrungswerten, der Strategie, wirtschaftlichem Geschehen und vielem mehr. Wer erfolgreich investiert, verzeichnet Gewinne, erhält Dividendenausschüttungen und erzielt hohe Renditen. Das wirft Fragen auf: Wie werden diese versteuert? Was bleibt am Ende netto davon übrig?

Steuern sind die größte Ausgabenposition und stellen gleichzeitig den größten Hebel dar, um mehr Kapital für Reinvestitionen freizusetzen.

Im Privatvermögen werden Veräußerungsgewinne aus Aktien mit 26,38 Prozent (Abgeltungsteuer + Soli + gegebenenfalls Kirchensteuer) versteuert. Einkünfte aus Immobilien hingegen unterliegen der Einkommensteuer von bis zu 47,48 Prozent. Private Trading-Strategien werden seit dem 1. Januar 2021 vom Gesetz zur Verlustverrechnungsbeschränkung beeinflusst. Dieses besagt, dass Verluste aus Termingeschäften nur noch bis zu 20.000 Euro mit Gewinnen verrechnet werden können. Privates Trading wird somit schnell unprofitabel.

Besteuerung für die vermögensverwaltende GmbH

Einen Lösungsansatz bietet die Strukturierung des eigenen Vermögens über eine vermögensverwaltende GmbH. Indem Investments in die Kapitalgesellschaft verlagert werden, können Steuern gespart, mehr reinvestiert und folglich schneller Vermögen aufgebaut werden.

Experten für die vermögensverwaltende GmbH: Felix Schulte und Christine Kiefer haben die RIDE GmbH gegründet.

Foto: RIDE GmbH

Veräußerungsgewinne aus Aktien werden über die GmbH mit nur 1,54 Prozent besteuert. Die laufenden Einkünfte aus Immobilien genießen eine Steuerlast von 15,83 Prozent. Zusätzlich bieten Immobilien in der GmbH die Möglichkeit, Einkünfte von der Gewerbesteuer befreien zu lassen. Hierfür sind verschiedene Kriterien zu berücksichtigen. Als Trader kann die Verlustverrechnungsbeschränkung umgangen und profitables Trading wieder ermöglicht werden.

Weitere Vorteile sind zum Beispiel die Haftungsbeschränkung oder die Errichtung einer Holding-Struktur zum Zwecke der Risikominimierung.

Für wen und ab welcher Höhe des verwalteten Vermögens sich die vermögensverwaltende GmbH lohnt – diese Frage lässt sich pauschal nicht beantworten.

In die Rechnung einzubeziehen sind der Zweck der GmbH, die Höhe der anzusetzenden Kosten oder die individuelle Gesamtkonstellation. Als Faustregel kann sich die GmbH schon ab folgenden Werten lohnen:

  • Aktien-Depotwert von 80.000 Euro und Anlagehorizont von 15 Jahren
  • Derivate: bei Verlusttöpfen größer als 25.000 Euro pro Jahr
  • Immobilien: Hier kommt es auf die Strategie an. Die GmbH kann sich sowohl bei Mieteinnahmen im höheren fünfstelligen Bereich als auch beim „Fix & Flip“ – dem regelmäßigen Kauf und Verkauf – lohnen.

Den Vorteilen der vermögensverwaltenden GmbH steht die Komplexität des Gründungsprozesses gegenüber. Dieser besteht aus einer Vielzahl von Einzelschritten: dem Ausfüllen verschiedener Formulare und Anträge, Behördengängen und gegebenenfalls einer anwaltlichen sowie steuerrechtlichen Beratung. Auch bringt die vermögensverwaltende GmbH Strukturkosten mit sich. Dazu zählen neben Buchhaltung, Jahresabschluss oder Steuererklärungen auch die IHK-Mitgliedschaft oder Bankgebühren. Häufig schießen die Kosten der Steuerberatung in die Höhe oder sind undurchsichtig. Der administrative Aufwand darf ebenfalls nicht unterschätzt werden.

Aus diesen Gründen ist es grundsätzlich empfehlenswert, sich individuell beraten zu lassen. Insbesondere einzelne Parameter oder die persönliche Situation können entscheidend bei der Gründungs- und Kostenfrage sein.

Info

Dominik Piechura ist Business Development Manager bei RIDE. Die RIDE GmbH ist ein Finanztechnologie-Unternehmen mit Sitz in Berlin, das eine Plattform- und Softwarelösung für steuereffizientes Investieren mit der eigenen GmbH entwickelt hat (Link zur Homepage). Über die Plattform verbindet RIDE Anleger, spezialisierte Steuerberater, Banken und Vermögenswerte. RIDE bietet eine Komplettlösung für die gesamte steuerliche Administration von Kapitalgesellschaften, inklusive Buchhaltung, Steuererklärungen und digitaler Datenraum.

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