Verantwortung für eine gute Zukunft

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Eigentlich hatte ich im Jahr 2000 geplant, nur ein Jahr bei der PHS Medical GmbH zu bleiben. Ein guter Freund, der das Unternehmen vier Jahre zuvor gegründet hatte, fragte mich, ob ich interimsmäßig den Bereich der Technik und Produktion leiten würde. Schlussendlich wurde aus einem Jahr mehr als zwei Jahrzehnte – und aus einer interimistischen Aufgabe unternehmerische Verantwortung.

Die PHS Medical GmbH entwickelt, produziert und vertreibt implantierbare Portkathetersysteme, die vor allem in der Chemotherapie eingesetzt werden und Patientinnen und Patienten den Alltag während ihrer Behandlung erleichtern. Mit der Zeit wuchs nicht nur das Unternehmen, sondern auch meine Rolle und die damit einhergehende Verantwortung. Auch in der Frage der Nachfolge ging es mir primär darum, Verantwortung für das zu übernehmen, was über Jahre hinweg gemeinsam mit Mitarbeitenden, Kunden und Partnern entstanden ist – und eine Lösung zu finden, die dem Unternehmen, den Kunden und Mitarbeitern eine gute Zukunft eröffnet.

Der Gedanke an eine Nachfolgelösung entsteht nicht von heute auf morgen. In meinem Fall wollten weder meine noch die Kinder meines Geschäftspartners in das Unternehmen einsteigen. Damit war klar: Wenn wir die Zukunft der PHS Medical GmbH verantwortungsvoll sichern wollen, mussten wir eine familienexterne Nachfolgelösung finden.

Für einen geschäftsführenden Gesellschafter ist das eine weitreichende Entscheidung. Entsprechend intensiv habe ich mich frühzeitig mit Fragestellungen zum richtigen Zeitpunkt und einer passenden Lösung auseinandergesetzt. Am Ende war der Verkauf für mich der richtige Weg: unternehmerisch konsequent und vor allem persönlich verantwortbar.

Branchenspezialisierte Beratung ist unerlässlich

Mit Blick auf den Markt der Medizintechnik war das Hinzuziehen einer branchenspezialisierten Beratung unumgänglich. Auf das M&A-Team der DZ BANK machte mich ein befreundetes Unternehmen aus der Branche aufmerksam. Ich gebe offen zu: Zunächst hat mich die Größe der Bank eher abgeschreckt. Doch schon im ersten Gespräch entstand etwas, das für mich im gesamten Prozess entscheidend blieb: Vertrauen. Dazu hat mich die Kombination aus Erfahrung, internationaler Reichweite und echter Branchenkenntnis überzeugt. Unsere Produkte werden weltweit eingesetzt und vertrieben. Deshalb war es für mich wichtig, nicht nur den deutschen Markt zu betrachten, sondern potenzielle Käufer international anzusprechen. Gleichzeitig war entscheidend, dass wir unser Geschäftsmodell nicht von Anfang an erklären mussten. Die Branchenspezialisten des M&A-Teams verstanden sehr schnell, worauf es in der Medizintechnik ankommt – welche Bedeutung regulatorische Anforderungen, Produktzulassungen, internationale Vertriebswege und langfristige Kundenbeziehungen haben.

Als mittelständisches Unternehmen kann man einen Verkaufsprozess dieser Größenordnung nicht einfach neben dem Tagesgeschäft abarbeiten. Es braucht Struktur, Tempo, Verlässlichkeit und Menschen, die wissen, worauf es in kritischen Phasen ankommt. Dass das M&A-Team der DZ BANK die besonderen Anforderungen unseres Geschäftsmodells im Blick hatte, war eine echte Entlastung. Wir konnten schneller auf den Punkt kommen, mussten weniger Grundlagenarbeit leisten und konnten sehr schnell über die relevanten Fragen sprechen: Welche Käufer passen strategisch? Wer versteht unser Geschäftsmodell? Und wer kann das Unternehmen verantwortungsvoll weiterführen?

Persönliche Ziele und Entscheidungen vertreten

Mein wichtigstes Ziel war der Erhalt der PHS Medical GmbH als eigenständiges Unternehmen. Der Standort, die Arbeitsplätze, die gewachsene Kultur und die unternehmerische Substanz sollten nicht im Zuge einer Transaktion verloren gehen. Das M&A-Team der DZ BANK hat diese Haltung verstanden, akzeptiert und im Transaktionsprozess konsequent berücksichtigt. Auch wenn mal eine meiner Entscheidungen nicht der Empfehlung der Berater entsprach – meine Sichtweise wurde stets respektiert. Das Gefühl, dass ich bei Entscheidungen unterstützt wurde, sie mir aber nicht aus der Hand genommen wurden, war für mich sehr wertvoll. Dazu war mir insbesondere das Thema Diskretion ein Anliegen. Der Verkauf wurde erst dann öffentlich, als der neue Eigentümer und wir diesen Schritt gemeinsam gehen wollten.


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Für Jörg Vesterling wurde die PHS Medical GmbH zu einer langfristigen Aufgabe. Demnach musste er nach mehr als zwei Jahrzehnten auch die Nachfolge regeln. / Video: DZ BANK AG


Der Faktor Mensch entscheidet

Bei der Begleitung eines Unternehmensverkaufs ist die menschliche Seite nicht außer Acht zu lassen. Die Berater konnten mich einerseits mit fachlicher Expertise sicher durch den Verkaufsprozess navigieren, aber erfassten darüber hinaus, was das Unternehmen für die Eigentümer bedeutet. Ich hatte nicht das Gefühl, dass ein externer Berater neben uns arbeitet. Es fühlte sich vielmehr so an, als würden wir gemeinsam auf ein Ziel hinarbeiten – mit klar verteilten Rollen und stets auf Augenhöhe.

Heute kann ich sagen: Der Verkauf der PHS Medical GmbH war für mich ein großer unternehmerischer Schritt, aber kein Bruch. Das Unternehmen bleibt eigenständig, die Mitarbeitenden haben eine Perspektive, und das, was wir über Jahrzehnte aufgebaut haben, kann weitergeführt werden. Genau darum ging es mir: nicht nur um einen erfolgreichen Abschluss, sondern um eine Lösung, die dem Unternehmen, den Menschen und der eigenen Verantwortung gerecht wird.

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