YouGov hat im Auftrag der All for One Group, einem Beratungs- und IT-Unternehmen, eine Online-Befragung zum Thema „Innovation im Mittelstand“ erstellt. Dazu wurden 508 Personen im Januar 2026 befragt. 45 Prozent der Befragten sind oder waren Mitarbeitende in Familienunternehmen, die anderen sind in Unternehmen als IT-Fachkräfte und Manager beschäftigt, die nicht in Familienbesitz sind. 121 dieser Familienunternehmen und Nicht-Familienunternehmen beschäftigen weniger als 500 Mitarbeitende. Diese Kennziffer ist auch für die Ergebnisse wichtig: Ab 500 Mitarbeitenden werden Unternehmen von denselben als deutlich innovativer wahrgenommen. Wichtig für die Kommunikation nach außen ist vor allem, dass Familienunternehmen deutlich innovativer sind, als allgemein wahrgenommen wird. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass Familienunternehmen ihre Außenwirkung dahingehend beeinflussen sollten.
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Die Befragten bewerteten die Innovationsfähigkeit ihres Unternehmens insgesamt und in fünf Feldern. In allen Feldern liegen die Top-Box-Bewertungen („hoch und „sehr hoch“) über 50 Prozent. Das zeigt ein breites Innovationsverständnis, sowohl außen am Markt als auch innen in der Organisation. Trotz des robusten Niveaus ragt ein Punkt heraus: das Geschäftsmodell. Hier ist der Top-Box-Anteil am niedrigsten. Zugleich ist der Low-Box-Anteil am höchsten. Das könnte bedeuten: Technologische Erneuerung findet zwar statt, aber die Erlöse hinken hinterher – ebenso wie Vertrieb und Partnerschaften.
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Zwei Drittel (66 Prozent) sehen Familienunternehmen in fünf Jahren mindestens gleichauf mit Konzernen. Ein Drittel (33 Prozent) sieht sie bei Transformation sogar vorn. Das rückt das Klischee vom „zu traditionsbewussten“ Mittelstand zurecht. Pragmatismus und kurze Entscheidungswege in der Praxis widersprechen dem Klischee vom behäbigen, patriarchal und konservativ geprägten Familienunternehmen.
Je besser die Befragten Familienunternehmen kennen, desto ausgeprägter ist der Optimismus: 76 Prozent der Mitarbeitenden in Familienunternehmen (gesamt: 66 Prozent) sehen ihr Haus mindestens gleichauf mit Konzernen; 44 Prozent (gesamt: 33 Prozent) sehen einen Vorsprung. Nur 20 Prozent fürchten den Anschlussverlust (gesamt: 29 Prozent). Dass Innensicht und Außensicht auf die Innovationskraft des Mittelstandes so stark voneinander abweichen, deutet auf ein Kommunikationsproblem hin: Familienunternehmen müssen ihre Innovationskraft besser kommunizieren, schlussfolgert die Studie – schon allein, um als Arbeitgeber für Tech-Talente attraktiver zu werden.
Hat an der Uni Bamberg Germanistik, Philosophie und Kommunikationswissenschaften studiert. Zuvor arbeitete sie als Redakteurin am Zukunftsinstitut von Matthias Horx. Bei dem Magazin brand eins in Hamburg entdeckte sie ihre Liebe zum Wirtschaftsjournalismus, der sie seit März 2023 beim wir-Magazin frönen darf.

