„Unser Familienunternehmen vertreibt in 145 Ländern Produkte und Dienstleistungen, wir haben 165.000 Kunden weltweit und besitzen 1.300 Patente. Wir sind in Deutschland, USA, Singapur, Polen und Rumänien mit Entwicklungs- und Fertigungsstandorten vertreten. In China haben wir im vergangenen Jahr begonnen, einen neuen Standort in der Nähe von Schanghai aufzubauen, er soll Ende dieses Jahres fertiggestellt werden. Gerade weil wir im Ausland so stark präsent sind, sind unsere Logistik und Fertigungsstrategien vom Zoll- und Handelsstreit stark betroffen. Das liegt an unserer klaren Ausrichtung: Ein Fertigungsstandort entwickelt und produziert ein Produkt für den Weltmarkt. Es hat sich dadurch an jedem Standort ein eigener technologischer Footprint in der Entwicklung und Produktion ausgeprägt, den es so an keinem weiteren Standort in der Ifm Gruppe gibt.
Jetzt müssen wir komplett neu denken und handeln, zum Beispiel: Ein Produkt an zwei Fertigungsstätten zu produzieren, um Marktzugang zu erhalten oder Zöllen zu entgehen, ist mit erheblichem Know-how-Transfer verbunden und sorgt für Verzögerungen unserer Innovationspläne, erfordert aber auch tiefgreifende Veränderungen an unserem globalen ERP-System und der Supply-Chain, um im Sinne unseres Konzepts der Lean Production weiterhin effizient und ressourcenschonend zu arbeiten. Schlussendlich hat das mit Effizienzsteigerungen wenig zu tun – und das in einer Situation, in der der Preisdruck absehbar weiter zunehmen wird. Wir wollen handlungsfähig sein und uns nicht von den Rahmenbedingungen die Unternehmensausrichtung diktieren lassen. Deswegen reagieren wir auf die erratische Zoll- und Handelspolitik mit konsequenten Maßnahmen. Abzuwarten, bis sich die Zeiten möglicherweise wieder beruhigen, ist daher keine Option.“
Info
Martin Buck, Vorsitzender des Vorstands, Ifm Electronic GmbH, 8.800 Mitarbeitende, davon ca. 3.500 im Ausland
