Private Unternehmen, deren Jahresumsatz 500 Millionen Euro nicht übersteigt, sind Gegenstand des KfW-Mittelstandspanels. Die Bankengruppe befragt seit 2003 in regelmäßigen Abständen kleine und mittlere Unternehmen in Deutschland und veröffentlicht die Ergebnisse im „KfW Mittelstandspanel“. Die Ergebnisse, für die im Jahr 2025 gut 13.000 Unternehmen befragt wurden, zeichnen ein zweigeteiltes Bild für die Gegenwart und unmittelbare Zukunft, was die Investitionsplanung und -durchführung betrifft.
Zunächst die gute Nachricht: Das jährliche Investitionsvolumen im Mittelstand ist gestiegen und befand sich 2024 mit durchschnittlich 204.000 Euro pro Unternehmen auf einem neuen Höchststand. Besonders kleinere Unternehmen zeigen eine höhere Investitionsdynamik als größere und auch im Vergleich zu den Jahren unmittelbar nach Corona (2022 und 2023).
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Besonders aufschlussreich ist dabei der Blick auf die tatsächliche Umsetzung von Investitionsvorhaben. Welches Schicksal geplanten Investitionen in Unternehmen widerfährt, ob sie umgesetzt, verschoben oder ganz aufgegeben werden, hat sich verändert: Im Pandemiejahr 2020 sackte die Umsetzungsquote von 76 auf 60 Prozent ab. Doch anstatt sich zu erholen, ist diese Zahl nach Schwankungen 2025 sogar noch unter das Niveau von 2020 gefallen: 2025 wurden nur 59 Prozent der Investitionsvorhaben in Unternehmen auch tatsächlich umgesetzt. Noch alarmierender ist der Anteil von Vorhaben, die komplett aufgegeben werden: Lag der Anteil bis zur Pandemie noch stabil bei unter 10 Prozent, hat er 2025 einen Rekordwert von 16 Prozent erreicht.
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Die Gründe dafür sind vielfältig. Äußere Faktoren wie Energiepreise und Fachkräftemangel spielen bei der fehlenden Umsetzung von Investitionsvorhaben sicherlich eine Rolle. Aber auch das Nachfolgeproblem manifestiert sich in den Ergebnissen. Das KfW-Mittelstandspanel zeigt eine deutliche Korrelation zwischen dem Alter der Firmeninhaber und dem Anteil der umgesetzten Investitionsvorhaben. Wenn der Inhaber über 60 Jahre alt ist, zeigt sich über Jahrzehnte, unabhängig von äußeren Ereignissen, durchgehend eine schlechtere Quote bei der Umsetzung von Investitionen als bei einer Inhaberin oder einem Inhaber unter 40 Jahren.
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Hat an der Uni Bamberg Germanistik, Philosophie und Kommunikationswissenschaften studiert. Zuvor arbeitete sie als Redakteurin am Zukunftsinstitut von Matthias Horx. Bei dem Magazin brand eins in Hamburg entdeckte sie ihre Liebe zum Wirtschaftsjournalismus, der sie seit März 2023 beim wir-Magazin frönen darf.

