Der deutsche Finanzdienstleister Grenke AG wird ab August von Michael Bücker geführt. Vorgängerin Antje Leminsky geht aus persönlichen Gründen.

Rund zehn Monate nach der Shortsellerattacke gibt es einen weiteren Wechsel beim Finanzdienstleister Grenke AG. „Den Vorsitz 2018 von unserem Gründer Wolfgang Grenke zu übernehmen, war ein Meilenstein meiner Karriere“, wird Antje Leminsky in der Pressemitteilung des Unternehmens zitiert. Sie werde den Vorstandsvorsitz der zum August aus persönlichen Gründen abgeben. Nachfolger wird demnach Michael Bücker (Bild). Er war zuletzt Firmenkundenvorstand das Ressort Corporates & Markets bei der BayernLB.

Seine Vorgängerin Antje Leminsky war acht Jahre lang im Vorstand des Finanzdienstleisters. Vor ihrer Zeit dort leitete sie den Geschäftsbereich IT bei der Otto Group, arbeitete bei diversen Start-ups und verantwortete zwischen 2003 und 2005 die Stelle des CIO bei der Gruner + Jahr GmbH & Co KG.

2018 wurde sie schließlich Vorstandsvorsitzende beim Unternehmen mit Sitz in Baden-Baden und übernahm neben ihren damaligen Bereichen IT und Personalstrategie die Ressorts Konzernstrategie, das Risikocontrolling und das Credit Center. Damit endete das unternehmerische Tun von Wolfgang Grenke, der den Finanzdienstleister 1978 ins Leben gerufen und 2000 an die Börse geführt hatte. Seit 2003 ist das Unternehmen mit Sitz im baden-württembergischen Baden-Baden im Segment „Prime Standard“ der Frankfurter Wertpapierbörse notiert. Die Unternehmensanteile der Grenke-Familie liegen bei rund 40 Prozent.

Drei leere Plätze im Aufsichtsrat von Grenke

Wolfgang Grenke war nach seinem Abgang aus dem operativen Geschäft 2018 in den Aufsichtsrat des Unternehmen gewählt worden. Nach der Shortsellerattacke erklärte der Unternehmer, er werde seinen Posten im Aufsichtsrat ruhen lassen. Nun scheidet er zum 29. Juli aus. Auch Claudia Krcmar und Florian Schulte verlassen das Kontrollgremium.

Als Nachfolger werden Diplom-Ökonom Norbert Freisleben und Rechtsanwalt Konstantin Mettenheimer gehandelt. Für den Posten von Wolfgang Grenke, der Vize-Aufsichtsratschef war, gibt es noch keinen Nachfolger. In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung im April 2021 brachte er seinen Sohn Moritz Grenke ins Gespräch. Moritz war zwischen 2014 und 2017 im Controlling des Unternehmens, das sein Vater gegründet hatte, tätig.

Der Shortseller Viceroy warf dem Finanzdienstleister unlautere Geschäftspraktiken und Bilanzungereimtheiten vor, woraufhin der Aktienkurs einbrach. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) nahm die Ermittlungen auf. Die Deutsche Börse schloss Grenke im Mai aus dem SDAX aus. Seit 21. Juni ist Grenke zurück im SDAX, nachdem die Börse bekanntgegeben hatte, dass das Unternehmen durch die Veröffentlichung der Quartalsmitteilung für das 1. Quartal 2021 wieder alle Basiskriterien erfülle.

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