Wenn man in eine bestehende, erfolgreiche Unternehmung eintritt, dann hat man ganz natürlicherweise eine gewisse Wertschätzung und Respekt für das bereits Geschaffene. Als Angehöriger der Unternehmerfamilie gilt das umso mehr.
Dabei verhält es sich bei der Firmenkultur ähnlich wie bei Produkten – es gibt ein Portfolio, das den gegenwärtigen Erfolg des Unternehmens prägt. Die zentrale Frage ist, ob es auch zukünftig Erfolg bringt. In wiederkehrenden Zeitabfolgen sollte man sich daher ansehen, welche „Produkte“ noch den Anforderungen am Markt entsprechen und schlussendlich das übergeordnete Unternehmensziel unterstützen.
Wie bei Produkten gilt es, diese Bestandsaufnahme auch bei den Kernkompetenzen und den kulturellen Aspekten einer Firma immer wieder zu machen. Im Zuge der Generationsübergabe haben wir gerade einen solchen Prozess durchlaufen und festgestellt, dass viele der kulturellen Faktoren, die uns erfolgreich gemacht haben, auch unsere heutigen Ziele unterstützen. Den einen oder anderen Faktor haben wir jedoch ergänzt beziehungsweise nachgeschärft.
Das Setzen von Zielen und das Ausrichten aller relevanten unternehmerischen Aspekte – Humankapital und Finanzkapital – sehe ich als Grundanforderung an eine Führungskraft. Wie jeder Organismus müssen sich auch Familienunternehmen weiterentwickeln. Dabei gilt es, eine funktionierende Balance zu finden zwischen Altem und Neuem.
