Kann man ein Netzwerk (ver-)erben, Fabian Kienbaum?

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Netzwerke zu (ver-)erben spielt in der Geschäftswelt eine essentielle Rolle, denn das etablierte Netzwerk der Vorgängergeneration auf die nächste zu übertragen beeinflusst den Erfolg eines Unternehmens nachhaltig. Es geht darum, Türen geöffnet zu halten und „warme Kontakte“ weiterzureichen: zu bestehenden und potentiellen Klienten, Geschäftspartnern, Mitarbeitenden, anderen Stakeholdergruppen. Die große Kunst liegt am Ende darin, persönliche und geschäftliche Netzwerke in Einklang zu bringen.

Geöffnete Türen bedeuten in diesem Kontext aber natürlich auch: Durchgehen muss man selbst. Eine Kompetenzanmutung dank Marke, Geschichte und Vorgänger:innen kann dienlich sein, doch so wie bei jeder zwischenmenschlichen Beziehung muss der Nachfolger oder die Nachfolgerin das (Vorschuss-)Vertrauen zum Netzwerk entsprechend rechtfertigen bzw. die Eignung für die neue Rolle nachweisen. So haben mein Vater und ich bewusst daran gearbeitet, das dem Unternehmen bereits zugängliche Netzwerk zu pflegen sowie Kontakte zu übergeben, um die Übergabe so reibungslos wie möglich zu gestalten. Diese behutsame Herangehensweise kann gerade im Nachfolgekontext die Chance bieten, auch netzwerkseitig unmittelbar die nächsten Generationen zu involvieren und neue Verbindungen zu knüpfen.

Gleichzeitig ist es mindestens genauso, wenn nicht gar noch wichtiger, sein eigenes Netzwerk aufzubauen. Das hat am Ende auch mit der eigenen Identität zu tun. Wer bin ich? In welchem Netzwerk bewege ich mich? Wie reflektiert mein Netzwerk auch ein dienliches Ökosystem zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit der eigenen Unternehmung? Und: Wie hilft mir mein Netzwerk in meiner individuellen Weiterentwicklung?

Info

Fabian Kienbaum, Chief Empowerment Officer, Kienbaum Consultants International GmbH, 600 Mitarbeitende