Generationenwechsel: Adolf Darbo geht in Ruhestand

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Der Tiroler Marmeladenhersteller Darbo hat im Dezember einen Wechsel in der Unternehmensführung bekannt gegeben. Adolf Darbo (67, Bild rechts), der das Unternehmen seit 2009 gemeinsam mit seinem Neffen Martin Darbo (Bild links) führte und jahrzehntelang den Bereich Produktion, Technik und Fruchtzubereitung verantwortete, zieht sich in den Ruhestand zurück. Martin Darbo (45), der bisher dem kaufmännischen Bereich vorstand, übernahm zum 1. Januar diese Verantwortung. Sein Bruder Klaus Darbo (39, Bildmitte) wechselt zeitgleich von der Spitze des Marketing-Teams in den Vorstandsvorsitz und übernimmt den kaufmännischen Bereich von Martin Darbo, so dass wie bisher zwei Familienmitglieder das Unternehmen führen werden. „Kontinuität und Stabilität stehen für Darbo im Vordergrund. Wir sind froh, diese mit der familieninternen Nachfolge weiterhin gewährleisten zu können“, wird Adolf Darbo in der diesbezüglichen Pressemitteilung zitiert, während der neu zusammengesetzte Vorstand ergänzt: „Wir danken unserem Onkel Adolf für die langjährige und erfolgreiche Zusammenarbeit und für alles, was er für das Familienunternehmen geleistet hat. Auf dieser Basis sind wir für die Zukunft gut gerüstet.“ Adolf Darbo hatte das Unternehmen zuvor gemeinsam mit Klaus‘ und Martins Vater geführt, der ebenfalls Klaus hieß und 2014 verstarb.

Darbo: Fruchtig in die Zukunft

Darbo ist ein Traditionsunternehmen, dessen Geschichte bis ins Jahr 1879 zurückreicht. Was damals als kleines Obstdampfwerk in Görz (heute eine geteilte Stadt in Slowenien und Italien, damals Teil von Österreich-Ungarn) begann, beschäftigt knapp 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Zentrale und zwei Produktionsstätten befinden sich heute in Stans in Tirol. 2009 kaufte die Familie Darbo Anteile von der Schweizer Hero-Gruppe zurück, so dass das Unternehmen sich jetzt zu 98 Prozent in Familienbesitz befindet.

Darbo dominiert schon seit Jahren den österreichischen Marmeladen-Markt und nimmt zunehmend auch deutsche Supermarktregale ins Visier. Von drei Prozent Markanteil in Deutschland im Jahr 2016 (nach einer Erhebung der „Lebensmittel-Zeitung“) konnte Darbo seinen Anteil laut Pressemitteilung auf 6,7 Prozent im Jahr 2023 steigern. Außerdem exportiert Darbo seit vielen Jahren Fruchtzubereitungen an internationale Molkereien, welche diese als Zutat zur Produktion von Fruchtjoghurt einsetzen. Der hochpreisige Konfitürenproduzent stößt auch mit dem Produktlaunch von fruchtigen alkoholischen Getränken in ein neues Marktsegment vor: Der Secco „Darbo d’amour“ wurde 2023 auf den Markt gebracht.

Hat an der Uni Bamberg Germanistik, Philosophie und Kommunikationswissenschaften studiert. Zuvor arbeitete sie als Redakteurin am Zukunftsinstitut von Matthias Horx. Bei dem Magazin brand eins in Hamburg entdeckte sie ihre Liebe zum Wirtschaftsjournalismus, der sie seit März 2023 beim wir-Magazin frönen darf.