KI für Vakanzen in Familienunternehmen

Artikel anhören
Artikel zusammenfassen
Teilen auf LinkedIn
Teilen per Mail
URL kopieren
Drucken

Die Beratungsunternehmen Entrepreneursclub und appliedAI haben ausgeschriebene Stellen von Familienunternehmen analysiert und untersucht, ob die darin beschriebenen Aufgaben durch KI ersetzt werden können. Datenbasis der Untersuchung waren gut 5.200 Stellenanzeigen auf dem Jobportal Karriere im Familienunternehmen, das von dem Entrepreneurs Club betrieben wird. Zuvor ausgeschlossen wurden Praktika, Diplomarbeiten und Werkstudententätigkeiten. Stichtag war der 18. Juni 2026.


Externer Inhalt von Datawrapper

Um externe Inhalte anzuzeigen, ist Ihre widerrufliche Zustimmung nötig. Dabei können personenbezogene Daten von Drittplattformen (ggf. USA) verarbeitet werden. Weitere Informationen.


Es ist vor allem Wissensarbeit, die auch die KI erledigen kann: Die „Substituierbarkeit“ von Aufgaben durch rein kognitive, digitale KI beträgt bei der routinemäßigen Wissensarbeit im Rechnungswesen 51 Prozent; bei administrativen Aufgaben sind es 46 Prozent. Im Bereich Medien und Marketing sind es 39, im Bereich Human Resources 33 Prozent. Knapp ein Drittel der Aufgaben lässt sich auch im Ingenieurwesen sowie in dem besonders stark nachgefragten Bereich Unternehmensführung und Organisation von der KI übernehmen. Sehr viele Anzeigen ausgeschrieben waren auch im Bereich Vertrieb und Handel; hier beträgt die Substituierbarkeit aber nur 22 Prozent. In der Grafik nicht aufgeführt sind gewerblich-physische Berufe: Logistik ist nur zu 10 Prozent, Handwerk nur zu 6 Prozent substituierbar. Die Autoren der Studie schreiben, hier liege „der KI-Hebel an anderer Stelle“.  

Die Studie hat aber auch nicht nur die Anzahl der theoretisch an die Künstliche Intelligenz zu übertragenden Aufgaben ausgerechnet, sondern auch die Vollzeitstellen, die dadurch rein rechnerisch komplett ersetzbar wären, und das Geld, das Familienunternehmen dadurch einsparen würden: 74,6 Millionen Euro könnten Familienunternehmen laut der Studie mit KI-Jobs sparen. Und wie? „KI-Potenzial muss nicht über ein großes Transformationsprojekt gehoben werden. Der schnellste Hebel ist der nächste Stellenplan,“ beschreiben die Autoren der Studie die „Kernbotschaft“ der Studie. Entscheidend dafür ist die auch in der Grafik angeführte Kennzahl der „Exposition“: Sie misst, wie stark KI die Tätigkeit nicht ersetzt, sondern verändert. Die Studie versteht sich ausdrücklich nicht als Beschäftigungsprognose: „Eine Funktion kann hoch exponiert sein und dennoch wachsen, wenn die gestiegene Produktivität zu höherer Nachfrage führt.“

Hat an der Uni Bamberg Germanistik, Philosophie und Kommunikationswissenschaften studiert. Zuvor arbeitete sie als Redakteurin am Zukunftsinstitut von Matthias Horx. Bei dem Magazin brand eins in Hamburg entdeckte sie ihre Liebe zum Wirtschaftsjournalismus, der sie seit März 2023 beim wir-Magazin frönen darf.