Gesa Miczaika steckt hinter dem Female Catalyst Fund. Die Investorin findet, vor allem Familienunternehmen müssen für das deutsche Gründertum einstehen, um unseren Wohlstand zu sichern.

Jedes Unternehmen hatte mal eine Gründerin oder einen Gründer. Der Wohlstand und die Stabilität in unserem Land sind zum Großteil dem großen wirtschaftlichen Erfolg der deutschen Familienunternehmen zu verdanken, die von mutigen Menschen – vielleicht sogar von einen von Ihnen oder Ihren Vorfahren – gegründet wurden. Die großen Gestalter aus der Vergangenheit wie beispielsweise Helene Amalie Krupp oder Gottlieb Daimler haben sich seinerzeit nicht mit dem Status quo zufrieden gegeben. Sie sind nicht einfach mitgelaufen, sondern haben etwas Neues geschaffen und damit an der Basis für die Zukunft – unsere Gegenwart – gebaut.

Nun stehen wir vor großen Herausforderungen angesichts wesentlicher Transformationen beispielsweise in Richtung Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Talente. Die altbewährten Mechanismen reichen nicht mehr, um Deutschlands Wohlstand und unsere internationale Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten. Gleichzeitig stößt in Deutschland – anders als beispielsweise in den USA – das Thema Gründen noch häufig auf Skepsis. Ich würde sogar so weit gehen zu sagen, dass die gesellschaftliche Akzeptanz fürs Gründen fehlt.

Familienunternehmen können Gründungskultur beflügeln

Besonders Familienunternehmen haben die besten Voraussetzungen, um eine Gründungskultur in Deutschland zu beflügeln. Ihr großer Einfluss, ihr Wissen, ihre Netzwerke, ihr Kapital – das alles sind wichtige Komponenten für einen Unternehmensaufbau.

Ich möchte drei konkrete Wege nennen, wie Familienunternehmen und Unternehmerfamilien Innovation unterstützen können.

Erstens möchte ich dazu anregen, Gründerinnen und Gründer aus dem eigenen, persönlichen Umfeld mit Kapital und Netzwerk auszustatten. Gründen bedeutet Risiko – den Aufbruch aus bestehenden Mustern. Das erfordert Mut. Unterstützen Sie doch selbst Gründerinnen und Gründer, gerade auch die weniger privilegierten.

Zweitens kann Unternehmertum auch im eigenen Familienunternehmen gefördert werden. Vielleicht gibt es hier Mitarbeitende, die Ideen haben und den Drang nach Veränderung spüren. Ein gutes Beispiel hierfür ist die Firma Trumpf, aus der das Start-up Peers Solutions entsprungen ist.

Und drittens möchte ich Geschäftsführende dazu ermutigen, als Vorbild zu dienen. Geben Sie dem Gründertum ein Gesicht, machen Sie es zugänglich und attraktiv für die kommenden Generationen. Vor etwa drei Jahren habe ich einem Panel zugehört, auf dem Dirk Rossmann und sein Sohn teilgenommen haben. Anschließend bin ich selbst mit großem Elan und Mut für eine potentiell eigene Gründung nach Hause gegangen.

Eine Unternehmerfamilie hat eine besondere Verantwortung gegenüber ihrer nächsten Generation und kann Veränderung aktiv suchen. Innovationen werden nur geschaffen, wenn sich Leute trauen. Wert wird nur geschaffen, wenn Leute machen. Und so kommen wir zurück zu einer Gründerkultur, die unser Land für die kommenden Jahre dringend braucht.

Info


Dr. Gesa Miczaika eine der drei Partnerinnen von Auxxo Beteiligungen, das den Female Catalyst Fund aufgelegt hat. Zudem ist Gesa Miczaika im Vorstand des Bundesverbands Deutsche Startups.

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