Wie steht es um den Management-Buy-out-Markt? Eine Studie hat die Entwicklungen des vergangenen Jahres in den Blick genommen. Vor allem ein Verkaufsgrund sticht hervor.

Finanzinvestoren haben 62 Management-Buy-outs (MBOs) im Jahr 2021 im deutschen Mittelstand strukturiert, so viel wie nie zuvor. Die Summe der mit den Transaktionen bewegten Unternehmenswerte erhöhte sich auf 6,6 Milliarden Euro. Das sind 1,2 Milliarden Euro mehr als 2019, dem Jahr vor Corona. 2020 betrug das Volumen 4,0 Milliarden Euro. In den zurückliegenden fünf Jahren ist der Markt pro Jahr um durchschnittlich rund 13 Prozent gewachsen. Das hat eine Studie der Deutschen Beteiligungs AG (DBAG) ergeben, die in Zusammenarbeit mit dem Fachmagazin FINANCE entstand.

In dieser Auswertung werden ausschließlich Transaktionen berücksichtigt, in denen Finanzinvestoren Unternehmen in Deutschland mehrheitlich unter Beteiligung des Managements erworben haben. Zudem müssen sie einen Transaktionswert für das schuldenfreie Unternehmen von 50 bis 250 Millionen Euro aufweisen. Grundlage sind öffentlich zugängliche Quellen sowie Schätzungen und Recherchen der DBAG in.

Management-Buy-out: Verkauf als Nachfolgelösung

Besonders aktiv auf Verkäuferseite waren Gründer oder Familien. Sie veräußerten ihre Unternehmen in mehr als der Hälfte der Transaktionen (33 von 62). Vielfach war damit auch die Unternehmensnachfolge durch ein neues Management in der Unternehmensleitung verbunden. 13 MBOs waren Transaktionen zwischen Finanzinvestoren an sich. Die weiteren Buy-outs tätigten Konzerne, die Randgeschäfte an einen Finanzinvestor verkauften.

Von den mehr als 40 Finanzinvestoren, die vergangenes Jahr 62 Transaktionen im deutschen Mittelstand vornahmen, entfällt die Hälfte auf deutsche Private-Equity-Gesellschaften. Sie strukturierten 32 der 62 MBOs. Der Anteil multinationaler Private-Equity-Fonds hat sich im Vergleich zu 2020 auf 48 Prozent nach 56 Prozent verringert.

Die Branchenstruktur des Management-Buy-out-Markts entspricht dabei nicht der Struktur des deutschen Mittelstands. Bei den MBO herrschen die Sektoren Software/IT-Services und Healthcare vor. Beteiligungen mit Industriebezug sind weniger gefragt. Jede dritte Buy-out-Transaktion fand 2021 im Segment der Informations- und Kommunikationstechnologie statt. Im Gesundheitssektor betrug der Anteil der MBO 21 Prozent. Den Grund für diese Schwerpunkte der Käufer nennt Torsten Grede, Sprecher des Vorstands der Deutschen Beteiligungs AG (DBAG): „Geschäftsmodelle mit Bezug zur Industrie sind angesichts der strukturellen Veränderung im Automobilbereich und der Lieferengpässe gegenwärtig eben schwer einzuschätzen.“

Aktuelle Beiträge

Immobilienvermögen
Wie Unternehmerfamilien in die Assetklasse Immobilien investieren
Studie sichern »
Studie sichern »
Immobilienvermögen