Armin Eiche, warum sind Sie Mitherausgeber des „wir“- Magazins?
Als Mitherausgeber der ersten Stunde begeisterte uns von Beginn an das Konzept des Magazins, das damals wie heute eine einzigartige Plattform bietet, sich auf journalistisch anspruchsvollem Niveau den Belangen einer Zielgruppe zu widmen, die das Herzstück der deutschen Wirtschaft repräsentiert: Familienunternehmen beziehungsweise Unternehmerfamilien. Diese sind für uns zum einen Hauptzielgruppe und zum anderen auch Gleichgesinnte, da wir bei Pictet selbst inzwischen in neunter Generation eigentümergeführt sind und uns somit als besonders vertrauensvollen Partner von Unternehmerfamilien zu allen Belangen ihres Vermögens verstehen.
Wie haben sich die Rahmenbedingungen und die Gesetzgebung in Ihrem Fachgebiet in den vergangenen 20 Jahre verändert?
Die letzten zwei Jahrzehnte waren geprägt von einer deutlichen Zunahme regulatorischer Anforderungen. Transparenz, Anlegerschutz und Nachhaltigkeit stehen heute stärker im Fokus. Die Digitalisierung hat zudem neue Felder geschaffen – etwa im Bereich Datenschutz und IT-Sicherheit. Diesen Anforderungen besser gerecht zu werden, war einer der Aspekte für den Umzug unserer Europazentrale von Luxemburg nach Frankfurt, da hier durch EZB, Bafin und AMLA die Maßstäbe für die Zukunft gesetzt werden und wir diese Trends aktiv begleiten und gestalten wollen.
Mit welchen veränderten Rahmenbedingungen in Ihrem Fachgebiet rechnen Sie in der Zukunft?
In den kommenden Jahren rechnen wir mit einer weiteren Verschärfung und Harmonisierung der regulatorischen Anforderungen im Bereich Geldwäscheprävention. Auch Themen wie Cybersecurity, die Bekämpfung von Finanzkriminalität und die Anpassung an geopolitische Veränderungen werden an Bedeutung gewinnen. Wir erwarten zudem, dass die Integration digitaler Innovationen sowie die enge Verzahnung von Technologie und Regulierung die Vermögensverwaltung nachhaltig prägen werden. Diese Themen in Einklang zu bringen, wird notwendig sein, um auch künftig das Vertrauen anspruchsvoller Unternehmerfamilien zu gewinnen und die Erwartungen der nächsten Generation zu erfüllen.
Info
Der Mitherausgeberbeirat ist der Think-Tank der „wir“-Welt: Mit der Expertise und der Erfahrung der Beiratsmitglieder steigt „wir“ noch tiefer in Themen ein, wie Gremienbesetzung und Governance, Nachfolge und Führung, Transformation und Innovation, Aufbau eines Single Family Offices sowie Strategien für den langfristigen Erhalt des Familienvermögens. Um diese und weitere Themen zu diskutieren sowie Inhalte und Formate des Magazins und der „wir“-Events weiterzuentwickeln, treffen sich das Gremium und die Redaktion einmal im Jahr. Zum Mitherausgeberbeirat gehören: Martin Auer (The Mak’ed Team), Armin Eiche und Oliver Möller (Pictet Wealth Management), Jörg Eigelshoven und Alexander Fleischer (Grant Thornton), Felix Fiege und Jens Fiege (Fiege Logistik), Dr. Miriam Förch (Förch Unternehmensgruppe), Alexander Gerberding (NextGen-Vertreter in einem Single Family Office), Daniel Hager (Hager Group), Dr. Christian-Titus Klaiber (Zeppelin Universität), Martin Krengel (Wepa), Stefan Messer (Messer Group), Dr. Johanna Niegel (Liechtenstein Finance) und Christiane Underberg (Semper idem Underberg).
Petra Gessner ist Diplom-Volkswirtin und seit 2015 Chefredakteurin des wir-Magazins. Ihr akademischer Weg führte sie von Freiburg im Breisgau in die USA und nach Chile, wo sie sich mit der Wirtschaftsgeschichte Lateinamerikas auseinandersetzte. Seit 2000 arbeitet sie in der F.A.Z.-Verlagsgruppe und ist Gründungsmitglied des Corporate Finance Magazins „FINANCE“, wo sie die Themen M&A und Private Equity verantwortete.

