Wie blickt Martin-Devid ­Herrenknecht auf Zölle?

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„Es liegt ganz klar auf der Hand: Von freiem Handel profitieren wir mehr als von nationalem Protektionismus. Zollschranken machen genau das – sie beschränken und zwar am Ende zum Nachteil aller. Mit unserem Exportanteil von über 90 Prozent sind wir als familiengeführtes Unternehmen darauf angewiesen, unsere Tunnelbohrmaschinen für Infrastrukturprojekte auf alle Kontinente liefern zu können. Egal, wie solide wir planen, willkürlich volatile Handelsbedingungen verunsichern unsere weltweiten Kunden. Sie müssen schließlich am Ende für die Einfuhrzölle aufkommen oder Lieferverzögerungen in ihren Projekten auffangen.

Genauso klar ist aber auch, dass unidirektionale Zölle ausbalanciert werden müssen. Wenn unsere Wettbewerber zollfrei aus China nach Europa exportieren können – für von der EU finanzierte Bauvorhaben – und im Gegenzug unsere Exporte von Europa nach China verzollt werden, erleben wir einen massiven Standortnachteil. Die deutsche und europäische Untätigkeit bei diesem Thema schwächt unsere Marktposition.“

Info


Martin-Devid ­Herrenknecht, Mitglied des Vorstands, ­Herrenknecht AG, 5.600 Mitarbeitende, davon ca. 2.000 im Ausland