Neue Doppelspitze bei Ritter Sport

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Ritter Sport schafft eine neue Doppelspitze. Mit Moritz Ritter und Tim Hoppe haben zum 15. Mai 2026 wieder Mitglieder der Inhaberfamilie die Geschäftsführung des Schokoladenherstellers übernommen. Sie sind Urenkel der Unternehmensgründer Clara und Alfred Ritter. Der langjährige CEO Andreas Ronken verlässt das Unternehmen nach rund 20 Jahren.

Mit dem Wechsel an der Spitze gehen weitere Veränderungen einher. Bereits im April hatte Ritter Sport die Ernennung von Franky Das zum neuen Chief Financial Officer vermeldet, dessen Amtsantritt zum 1. Mai 2026 erfolgte. Linda Dauriz wird künftig Beiratsvorsitzende von Ritter Sport und übernimmt diese Position von Moritz Ritter und Tim Hoppe.

Die Cousins waren als Vertreter der vierten Generation seit 2022 im Beirat tätig. Beide sind zudem seit mehreren Jahren in den Unternehmen der Ritter Gruppe tätig. Moritz Ritter leitete fünf Jahre lang von 2015 bis 2020 die Ritter Energie- und Umwelttechnik, Tim Hoppe ist seit 2017 Geschäftsführer von Ritter Agrar.

Angespannte Lage bei Ritter Sport

Der Führungswechsel erfolgt in wirtschaftlich angespannter Lage. „Aufgrund der herausfordernden wirtschaftlichen Situation haben wir in den letzten Monaten ein Programm mit schmerzhaften Einschnitten auf den Weg gebracht“, sagen Tim Hoppe und Moritz Ritter laut der aktuellen Pressemitteilung des Unternehmens. Trotz eines Umsatzwachstums auf 712 Millionen Euro im Jahr 2025 rutschte Ritter Sport erstmals in die Verlustzone. Stark gestiegene Rohstoffkosten, insbesondere bei Kakao, sowie höhere Energie- und Verpackungskosten belasteten das Ergebnis. Als Konsequenz kündigte Ritter Sport im April 2026 den ersten Stellenabbau in der 110-jährigen Unternehmensgeschichte an. Rund 70 Verwaltungsstellen sollen am Hauptsitz in Waldenbuch wegfallen – mehr als 10 Prozent der dortigen Belegschaft. Insgesamt beschäftigt die Gruppe weltweit 1.700 Menschen.

Zu seiner Rolle im Beirat sagte Moritz Ritter dem wir-Magazin im Jahr 2022 in einem Interview: „Ein Beirat kann auf der einen Seite eine gute Vorbereitung auf den Einstieg ins Tagesgeschäft sein. Nachfolger können an Aufgaben herangeführt werden. Auf der anderen Seite kann man durch eine Rolle im Beirat als Familie das Unternehmen sehr gut steuern und vor allem den Überblick behalten, wenn es mehrere unterschiedliche Geschäftsfelder oder sogar Unternehmen gibt, an denen die Familie Anteile hält.“

Hat an der Uni Bamberg Germanistik, Philosophie und Kommunikationswissenschaften studiert. Zuvor arbeitete sie als Redakteurin am Zukunftsinstitut von Matthias Horx. Bei dem Magazin brand eins in Hamburg entdeckte sie ihre Liebe zum Wirtschaftsjournalismus, der sie seit März 2023 beim wir-Magazin frönen darf.