Nach 20 Jahren verlässt Klaus Winkler das Unternehmen Heller operativ. Er zieht in die zwei Aufsichtsräte der Gruppe ein und löst dort einen Familienvertreter ab.

Der Werkzeugmaschinenhersteller Heller aus Nürtingen südöstlich von Stuttgart bekommt einen neuen CEO. Klaus Winkler scheidet als Vorstandsvorsitzender der Heller Management SE Ende 2021 aus. Sein Nachfolger wird Reinhold Groß (Bild), der bereits seit Anfang November bei Heller im Vorstand ist. Nach der Übergangsphase wechselt Winkler Anfang 2022 in die Aufsichtsräte der Heller Management SE und der Heller Holding SE & Co. KGaA. Dort löst er Berndt Heller ab, der die Gründerfamilie als Vorsitzender in beiden Gremien repräsentierte. Der Familienunternehmer trat 1969 ins Unternehmen ein und repräsentierte die dritte Generation der Unternehmerfamilie. Im Jahr 2007 löste er seinen Bruder Hubert in den Aufsichtsräten ab und hatte seitdem die Posten inne.

Der neue Chef Reinhold Groß weiß, wie Familienunternehmen ticken. Seit 1995 war er Mitglied verschiedener Führungskreise bei TRUMPF, dem Werkzeugmaschinenhersteller aus Ditzingen im Nordwesten Stuttgarts. Bei dem Familienunternehmen, das Nicola Leibinger-Kammüller als Vorsitzende der Geschäftsführung und in zweiter Generation leitet, trug er unter anderem Verantwortung in den Standorten in Nordamerika, als CFO der Tochtergesellschaft TRUMPF Medical Systems und zuletzt als Managing Director für TRUMPF Machine Tools.

Reinhold Groß’ neuer Arbeitgeber ist deutlich kleiner. Während TRUMPF bei einem Umsatz von circa 3,5 Milliarden Euro anzusiedeln ist, erwirtschaften die knapp 2.700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei Heller einen Jahresumsatz von rund 729 Millionen Euro. Das Unternehmen wurde 1894 gegründet. In den sechziger Jahren übernahmen Hubert und Berndt Heller in dritter Generation die Führung des Familienunternehmens, nachdem ihr Vater Hermann Heller unerwartet verstarb. 1995 veräußerte die Eigentümerfamilie, die weiterhin durch die beiden Brüder in der Geschäftsführung vertreten wurde, 36 Prozent des Unternehmens an die Beteiligungsgesellschaft BWK. Zwei Gründe gab es damals für den Teilverkauf: Wachstum musste finanziert werden, und aus der Eigentümerfamilie bot sich keine Person für die Unternehmensnachfolge an. Schlussendlich kam von dem Kapitalgeber im Zuge der Transaktion Klaus Winkler als familienfremder Manager in die Geschäftsführung. Seit 2003 gehörte er zur Führungsriege und verantwortete auch den Rückkauf der Anteile durch die Unternehmerfamilie, der im Jahr 2016 finalisiert wurde.

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