Braucht es eine neue Rechtsform? Familienunternehmerin Marie-Christine Ostermann ist dagegen. Denn sie könnte privates Eigentum einzuschränken.

Als Familienunternehmerin stehe ich hinter dem Prinzip: Eigentum ist untrennbar mit Verantwortung und Haftung verbunden. Dafür brauchen wir keine neue Rechtsform. Wichtig in einer funktionierenden Marktwirtschaft ist der Unternehmer, der mit dem eigenen Vermögen selbst ins Risiko geht. Haftung ist ein großer Antrieb dafür, sich verantwortungsbewusst zu verhalten. Das hat auch die Finanz- und Schuldenkrise gezeigt. Familienunternehmen leben Verantwortung über Generationen – ohne „Verantwortungseigentum“.

Untrennbar mit Eigentum verbunden und per Grundgesetz geschützt sind auch die Eigentumsrechte. Sie sind Motivation und Anreiz, die Risiken und Pflichten zu tragen und sich mit langfristiger Perspektive besonders anzustrengen. Wie soll ein Unternehmen verantwortungsvoll geführt werden, wenn offensichtlich kein Vertrauen in den verantwortungsbewussten Umgang der Unternehmensführung mit Eigentumsrechten vorhanden ist? Die Trennung von Eigentumsrechten und Pflichten ist kontraproduktiv für eine verantwortungsbewusste Unternehmensführung.

Leider bekommt Privateigentum bei vielen Politikern in Deutschland wenig bis keine Wertschätzung. Im Gegenteil träumen einige von Sozialismus und Enteignung. Ich habe Sorge, dass sie diese Rechtsform unterstützen, um vor allem privates Eigentum einzuschränken. Es darf daher für Unternehmen mit de facto nur angestellten Eigentümern keine Wettbewerbsvorteile in Bezug auf Aufsicht oder Steuern oder bei der Vergabe öffentlicher Aufträge geben.

Info

Marie-Christine Ostermann leitet seit 2006 die Rullko Großeinkauf GmbH & Co. KG. Als geschäftsführende Gesellschafterin vertritt Marie-Christine Ostermann die vierte Generation, Rullko wurde 1923 von ihrem Urgroßvater gegründet.

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