Generationenwechsel bei TITUS: Julius Dittmann übernimmt

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Seit 2010 wird der Skate-Shop TITUS GmbH in zweiter Generation von Julius Dittmann (Bild rechts) geführt. Nun hat er auch die Inhaberrolle übernommen: Zum Jahreswechsel 2023/2024 hat der Nachfolger alle Unternehmensanteile von seinen Eltern gekauft. Damit sei der Generationenwechsel gelungen, heißt es vom Unternehmen, das rund 250 Mitarbeiter beschäftigt, 25 stationäre  Läden in Deutschland betreibt und über den Online-Shop in 39 Länder weltweit liefert.

Julius Dittmann ist der Sohn von Titus Eberhard Dittmann (Bild links) und seiner Frau Brigitta (Bild Mitte), die 1978 von ihrem Münsteraner Wohnzimmer aus gemeinsam die Wurzeln für das Geschäft legten. Nach dem Abitur begann Julius Dittmann eine Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann, die er nach der Zwischenprüfung abbrach. Stattdessen gründete er im Alter von 21 Jahren mit der 24/7 Distribution GmbH zunächst eine eigene Firma, einen Online-Großhändler für Skateboard-Zubehör und Bekleidung. Vier Jahre später übergab der die Leitung an einen langjährigen Freund und Wegbegleiter und stieg bei TITUS ein.

Die lange Geschichte von TITUS

2010 wurde Julius Dittmann Geschäftsführer und leitet die TITUS GmbH seitdem gemeinsam mit dem familienexternen Co-Geschäftsführer Peter Vincent „PV“ Schulz. Julius Mutter Brigitta, die für Finanzen und Controlling zuständig war, hat zum Jahreswechsel die Geschäftsführung in allen von ihrem Sohn übernommenen Unternehmen niedergelegt.

Parallel zum operativen Einstieg seines Sohnes zog sich Titus Dittmann 2009 aus dem Unternehmen zurück und widmet sich seitdem hauptamtlich der Stiftungsarbeit: Mit der von ihm gegründeten Initiative skate-aid unterstützt er weltweit Kinder- und Jugendprojekte, die mittels Skateboading Entwicklungshilfe leisten. 2021 wurde Titus Dittmann für sein Engagement das Bundesverdienstkreuz verliehen.

Das Familienunternehmen hat eine wechselhafte Geschichte hinter sich. Bei der Gründung 1978 war Titus Dittmann noch Gymnasiallehrer und durfte keinen Gewerbeschein beantragen, Betreiberin des nach ihm benannten Skateboardhandels war daher offiziell seine Frau Brigitta. Der deutsche Markt war zu dem Zeitpunkt noch kaum erschlossen, TITUS besetzte erfolgreich eine Nische und profitierte vom Skateboarding-Boom der achtziger Jahre.

Doch das Wachstum war nicht unendlich. Zum neuen Jahrtausend wollte Gründer Titus, dessen damaliges Motto „Lieber tot als Zweiter“ heute legendär ist, das Unternehmen auf Teufel komm raus an die Börse bringen. Damit fuhr er nicht nur die Firma fast vor die Wand, sondern setzte auch seine eigene Existenz aufs Spiel. Der Börsengang wurde 2000 abgesagt, 2004 machte das Unternehmen 10 Millionen Euro Verlust. Es folgte der mühevolle Rückkauf: Dittmanns verpfändeten fast ihren gesamten Besitz, um die Firma von Banken und Investoren zurückzukaufen. 2007 schrieb die Firma TITUS zum ersten Mal wieder schwarze Zahlen.

Hat Theaterwissenschaft und Kunstgeschichte in Mainz und Paris studiert. Kam über die Kulturberichterstattung zur Tageszeitung. Seit 2007 Redakteurin in der F.A.Z.-Gruppe, seit 2015 fester Teil der wir-Redaktion, wo sie die Produktion des Magazins, das Programm der „wir-Tage“ und den Podcast verantwortet.