Die Wirtschaftsauskunftei Creditreform hat im Januar 2026 eine Befragung von gut 1.200 deutschen Handwerksunternehmen durchgeführt und eine Studie unter dem Titel „Wirtschaftslage und Finanzierung im Handwerk“ veröffentlicht. Dem Thema Nachfolge widmet die Studie ein eigenes Kapitel.
Darin zeigt sich: Auf der Suche nach einer Nachfolgelösung verliert die traditionelle familieninterne Übergabe an Bedeutung, auch wenn sie immer noch die am häufigsten gewählte Option darstellt. Wurden 2018 noch 55 Prozent der Handwerksbetriebe an Familienmitglieder übergeben, waren es 2026 noch 51 Prozent. Verstärkt rückt die Suche nach externen Käufern (38 Prozent) oder Nachfolgern aus dem Kreis der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (41 Prozent) in den Fokus. Ohne funktionierende Nachfolge drohen Betriebsaufgabe oder Stilllegungen: 17 Prozent der befragten Handwerksunternehmen planen, wegen fehlender Nachfolge zu schließen.. 2018 waren es noch 12 Prozent. Aus den Zahlen wird ersichtlich, dass Betriebe oft mehrere Optionen gleichzeitig verfolgen.
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Welche Probleme treten bei der Nachfolge im Handwerk auf? Die Nachfolgersuche (37,4 Prozent) sowie die Feststellung des Firmen- bzw. Verkaufswerts (36,2 Prozent) gehören zu den zentralen Stolpersteinen. Doch als größtes Hemmnis bei der Nachfolge im Handwerk nennen die Betriebe den bürokratischen Aufwand (55,1 Prozent). Beratungsbedarf und weitere Unterstützung werden mit 14,3 bzw. 8,1 Prozent genannt.
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Die Mehrheit der Betriebe plant die Übergabe in drei bis zehn Jahren (57,6 Prozent). Etwa ein Viertel strebt eine Übergabe in weniger als drei Jahren an (24,4 Prozent). Langfristige Übergaben (>10 Jahre) planen jetzt schon rund 17 Prozent der Betriebe. Je nach Handwerk wird eher früher, in anderen eher später übergeben. So planen Handwerksbetriebe für personenbezogene Dienstleistungen langfristiger als die anderen: Über ein Drittel hat hier schon die Nachfolge in über zehn Jahren fest im Blick. Dem entsprechend antworten Betriebe aus diesem Bereich auch besonders häufig „Nein, derzeit kein Thema“ auf die Frage, ob die Übergabe geplant sei. Jetzt gerade mitten in der Übergabe befinden sich vor allem Betriebe im Metallhandwerk und im Baugewerbe sowie im KfZ-Bereich. Auffällig ist, dass für 48 Prozent der Betriebe Nachfolge überhaupt ein Thema ist, sei es, dass es eine Übergabe konkret geplant ist, Informationen beschafft werden oder die Übergabe bereits im vollen Gange ist. 2018 war Nachfolge nur für 44 Prozent ein Thema.
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Hat an der Uni Bamberg Germanistik, Philosophie und Kommunikationswissenschaften studiert. Zuvor arbeitete sie als Redakteurin am Zukunftsinstitut von Matthias Horx. Bei dem Magazin brand eins in Hamburg entdeckte sie ihre Liebe zum Wirtschaftsjournalismus, der sie seit März 2023 beim wir-Magazin frönen darf.

