Ralf W. Dieter löst seinen Vertrag bei Dürr auf. Jochen Weyrauch wird neuer Vorsitzender im Vorstand des Unternehmens.

Dr. Jochen Weyrauch (55, Bild) wurde bei der Dürr AG zum Vorstandsvorsitzenden ernannt. Er ist seit 2017 Mitglied des Vorstands, verantwortlich für das konzernweite Automotive- und Umwelttechnikgeschäft. Er löst Ralf W. Dieter (60) ab, der seinen bis Mitte 2023 laufenden Vertrag vorzeitig kündigte. Dieter trat im Jahr 2003 in den Konzern ein und sanierte zusammen mit Weyrauch die Messtechnik-Tochter Carl Schenck, die seit 2000 Teil der Dürr AG ist. 2006 wurde Ralf W. Dieter schließlich Vorstandsvorsitzender.

Sein Nachfolger Dr. Jochen Weyrauch startete seine Management-Karriere beim Autozulieferer Continental Teves. Dann führte er die zum Anlagenbauer Babcock-Borsig gehörenden Turbo-Lufttechnik GmbH. Von 2003 bis 2005 wurde er erstmals für den Dürr-Konzern tätig. Er war Vorstandsmitglied der Carl Schenck AG und verantwortete gemeinsam mit Ralf W. Dieter die Sanierung des Schenck-Konzerns. Nach dem Verkauf der Tochtergesellschaft Schenck Process schied Dr. Weyrauch 2006 aus dem Dürr-Konzern aus. Er arbeitete als Berater und Partner im Private-Equity-Bereich. 2017 wurde er in den Vorstand von Dürr berufen. Neben dem Automotive- und Umwelttechnikgeschäft ist er auch für den Automatisierungsspezialisten Teamtechnik sowie die Ressorts Nachhaltigkeit, Unternehmensentwicklung und Globaler Einkauf zuständig.

Gerhard Federer, Aufsichtsratsvorsitzender der AG, sagte über den scheidenden Firmenchef: „In seiner Amtszeit hat sich das Geschäftsvolumen auf rund 4 Milliarden Euro verdreifacht. Ralf W. Dieter hat die Führung von Dürr in einer schwierigen Situation übernommen, das Unternehmen stabilisiert und mit klarer Strategie zu einem der schlagkräftigsten Maschinen- und Anlagenbauer weltweit gemacht. Er übergibt ein finanziell robustes Unternehmen mit außergewöhnlich guten Entwicklungsperspektiven.“

Die Unternehmensgruppe wurde durch Paul Dürr 1896 ins Leben gerufen. Er gründete damals eine Blauklempnerei in Bad Cannstatt. 1932 übergab er an seinen Sohn Otto. Die dritte Generation in Persona von Heinz Dürr trat 1957 ins Unternehmen ein. Drei Jahre später ist er zusammen mit seinem Vater in der Führungsetage zu finden. Nach zwanzig Jahren in der Führung geht Heinz 1980 einen ungewöhnlichen Weg der Unternehmensnachfolge und übergibt das Familienunternehmen in die Hände von familienfremden Managern. Wiederum zehn Jahre später geht das Unternehmen an die Börse, Familie Dürr wird Mehrheitsaktionär und Heinz Dürr übernimmt den Aufsichtsratsvorsitz. Diesen Posten hat er bis 2013 inne. Heute ist der 88-Jährige Ehrenvorsitzender des Gremiums, das von Gerhard Federer geführt wird.

Aktuelle Beiträge

Immobilienvermögen
Wie Unternehmerfamilien in die Assetklasse Immobilien investieren
Studie sichern »
Studie sichern »
Immobilienvermögen